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Handbuch Rechenschwäche Lernwege, Schwierigkeiten und Hilfen bei Dyskalkulie 3., vollständig überarbeitete Auflage 2017
Handbuch Rechenschwäche
Lernwege, Schwierigkeiten und Hilfen bei Dyskalkulie


3., vollständig überarbeitete Auflage 2017

Annemarie Fritz, Siegbert Schmidt, Gabi Ricken (Hrsg.)

Beltz Verlag
EAN: 9783407831880 (ISBN: 3-407-83188-9)
504 Seiten, hardcover, 17 x 24cm, März, 2017

EUR 49,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Das vollständig überarbeitete Handbuch versammelt das aktuelle Wissen zum Thema Rechenschwäche, basierend auf den neuesten Erkenntnissen der Mathematikdidaktik, Neuropsychologie und Entwicklungspsychologie. Anhand zahlreicher Beispiele und praktischer Umsetzungstipps werden die Kompetenzentwicklung im Vor- und Grundschulalter sowie in der Sekundarstufe beleuchtet, »kritische Stellen« im Entwicklungsprozess aufgezeigt und unterschiedliche Herangehensweisen zur Diagnostik und Förderung erläutert. Die anschauliche Darstellung von Diagnose- und Förderverfahren ermöglicht es, diese direkt im Unterricht umzusetzen oder außerschulisch zu organisieren.

Im Mathematikbereich Tätige sehen sich mit neuen Herausforderungen im Bereich der Rechenschwäche konfrontiert, welche das Handbuch nun berücksichtigt: Es geht z. B. nicht mehr »nur« um Verfahren zur Erfassung von Rechenschwierigkeiten; in Verbindung mit inklusivem Unterricht geht es nun auch darum, wie der Lernverlauf der Kinder überwacht und kontrolliert werden kann.

Prof. Dr. Annemarie Fritz, Dipl.-Psychologin, lehrt Pädagogische Psychologie an der Universität Duisburg-Essen.

Prof. Dr. Siegbert Schmidt lehrte Mathematikdidaktik an der Universität Köln.

Prof. Dr. Gabi Ricken, Dipl.-Psychologin, lehrt Sonderpädagogische Psychologie und Diagnostik an der Universität Hamburg.
Rezension
Bildung in unserer modernen Gesellschaft bedeutet, über ausreichende Kompetenzen in den drei Schlüsselqualifikationen Lesen, Schreiben und Rechnen zu verfügen. Dieses Grundlagenwerk zu Dyskalkulie / Rechenschwäche liegt hiermit nun bereits in 3., vollständig überarbeiteter Auflage 2017 vor. Dyskalkulie bezeichnet ein mangelhaftes oder falsches Verständnis von Mengen, Zahlen und mathematischen Operationen. Zahlreiche SchülerInnen, Kinder wie Jugendliche, sind davon betroffen. Oft leiden diese Kinder unter Angst vor Misserfolg und Schulversagen. Dyskalkulie (Rechenschwäche) als spezifische Störung in der Entwicklung der Rechenleistung stellt eine Beeinträchtigung des arithmetischen Denkens bei Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen dar, die bei ca. 6% der Weltbevölkerung auftritt. Es handelt sich um ein kompensierbares Verständnisproblem im arithmetischen Grundlagenbereich, das durch gezielte Therapie aufgelöst werden kann und nichts mit der Intelligenz des Betroffenen zu tun hat und auch die höhere Mathematik nicht einschränkt. Dyskalkulie war lange - z.B. im Vergleich zur Legasthenie - eine vernachlässigte Lernstörung. Heute ist es bereits möglich, Risikokinder für Legasthenie vor der Einschulung zu identifizieren. Die Forschung über Dyskalkulie holt auf. Studien konnten zeigen, dass fehlende arithmetische Fertigkeiten in der Regel die beruflichen Perspektiven einschränken und zu Beschäftigungen im Niedriglohnbereich führen. Um dieser Folgeerscheinung schwacher Mathematikleistung zu begegnen und die schulischen sowie beruflichen Perspektiven von heutigen Grundschüler/innen nachhaltig zu verändern, bedarf es eines Umdenkens und einer gesellschaftlichen Anerkennung mathematischer Schwäche als förderwürdig. Das Nachdenken über entsprechende spezifische Fördermaßnahmen setzt zugleich Differenzierungsangebote für alle frei. - Die Einführung des Buchs gibt Einblick in die Problemlage mit der Definition und den theoretischen Zugängen zur Rechenschwäche. Der zweite Teil des Buches widmet sich der Entwicklung des Zahlenverständnisses bei Kindern. Der dritte und vierte Buchabschnitt schließt daran an, indem erstens Rechenschwäche und beeinflussende Faktoren näher betrachtet und zweitens Stolpersteine in der Entwicklung arithmetischer Kompetenz erörtert werden. Der fünfte Teil des Buches ist der Diagnostik mathematischer Kompetenzen gewidmet. Abschließend werden im letzten Teil Möglichkeiten der Förderung beim Erwerb arithmetischer Kompetenz unter dem Blickwinkel von Inklusion diskutiert.

Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Rechenschwäche: Das Grundlagenwerk bereits in 3. Auflage!
»Die Besonderheit des Handbuches liegt in der Vereinigung der genannten Fachdisziplinen, die auf einer gemeinsamen Grundlage einen...«
Mathematik Differenziert
Schlagwörter:
Mathematik | Rechenschwierigkeiten | Förderung | Schule | Unterricht | Inklusion | Kardinalzahlkonzept | Teile-Ganzes-Verständnis | Legasthenie | Leserechtschreibstörung | LeseRechtschreibschwäche | Praxis | Lernverlauf | Diagnostik
Kategorien:
Pädagogik
Unterrichtspraxis
Methodik & Didaktik
Presse-/Leserstimmen:
»Die Besonderheit des Handbuches liegt in der Vereinigung der genannten Fachdisziplinen, die auf einer gemeinsamen Grundlage einen multiperspektivischen Einblick in das Themenfeld gewähren. So entsteht ein gelungener Überblick über bedeutsame Problemfelder von Rechenschwäche.« Mathematik Differenziert

»Das hier zu besprechende Handbuch hebt sich positiv von den oben genannten Angeboten ab, weil in den enthaltenen Beiträgen keine schnelle Hilfe versprochen und suggeriert wird, dass die Thematik bereits umfassend und abschließend bearbeitet sei. Vielmehr liegt mit diesem Band ein Werk vor, das zum einen Wissenschaftler zu interdisziplinären Diskurs ermutigt. Zum anderen finden hier schulpraktisch Tätige theoriegeleitete Angebote zum Verstehen konkreter Lernprobleme im Bereich Mathematik vor. Die einzelnen Texte repräsentieren eine große Vielfalt theoretischer Modelle und handlungspraktischer Konzept. Die Feststellung betrifft nicht nur den thematische-konzeptionellen Aspekt, sondern auch die äußere Gestaltung und das Maß der didaktischen Aufbereitung der einzelnen Beiträge. Fazit: Mit dem vorliegenden Band steht gegenwärtig ein einschlägiges Handbuch zur Problematik der >Schwierigkeiten beim Rechnenlernen< zur Verfügung, das sich an modernen theoretischen Konzepten und Handlungsperspektiven orientiert, mehrperspektivisches Denken anregt, empirische Desiderate aufzeigt und den fächerübergreifenden Diskurs befördern wird. Es kann daher den Lehrer/innen sowie den Studierenden im Lehramt aller Schulstufen und Schulformen zur kritisch-reflektierenden Lektüre empfohlen werden.« Ute Geiling www.klinkhardt.de

»Dieses Handbuch bietet das, was es verspricht - eine aktuelle und systematisch dargestellte Grundinformation zu den wichtigsten Bereichen der Dyskalkulie. Die einzelnen Beiträge sind anschaulich geschrieben und ermöglichen eine kritisch-reflektierende Lektüre der eigenen Praxis. Ein fünfseitiges Sachregister erleichtert die gezielte Suche erheblich. Sollte in keiner Lehrerbücherei fehlen!« Schulmagazin

»Es ist ein Handbuch, das sich an Lehrerinnen und Lehrer, an Studierende, aber auch an Lehrerausbilder und Forscher wendet und aus meiner Sicht diesem Personenkreis auch als Literatur empfohlen werden kann. In jedem Kapitel des vorliegenden Buches kommen Fachdidaktiker und Psychologen zu Wort, so dass die jeweiligen Themenbereiche aus unterschiedlicher Sicht betrachtet werden, was ein entscheidender Vorteil dieses Werkes ist, da die Leserinnen und Leser auf diese Weise mit verschiedenen Sichtweisen auf ein- und dieselbe Fragestellung vertraut gemacht und zum eigenen Nachdenken angeregt werden. Unterstützt wird dieses Nachdenken durch die am Ende jedes Kapitels zu findenden Kommentare, die anregen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den einzelnen Beiträgen herauszupräparieren und eigene Standpunkte zu beziehen.« Grundschule

»Lehrerinnen und Lehrer können sich damit auf den neuesten wissenschaftlichen Stand bringen und daraus zahlreiche Anregungen für den eigenen Unterricht und den Umgang mit betroffenen Kindern mitnehmen.« Duden News
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 9

Einführung in die Problemlage<7b>

Jörg-Tobias Kuhn
Rechenschwäche – eine interdisziplinäre Einführung 14

Entwicklung des Zahlenverständnisses
aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven


Helga Krinzinger
Entwicklung des Zahlenverständnisses aus neurokognitiver Sicht 32

Sabine Peucker/Steffi Weißhaupt
Entwicklung frühen numerischen Wissens 47

Kristina Reiss/Andreas Obersteiner
Kompetenzmodelle und Bildungsstandards:
Mathematikleistung messen, beschreiben und fördern 66

Rechenschwäche und beeinflussende Faktoren

Korbinian Moeller/Elise Klein/Liane Kaufmann
Bedeutung der neurokognitiven und bildgebenden Befunde
für ein besseres Verständnis von Rechenschwierigkeiten 80

Silvia Pixner
Vorschulische mathematische Kompetenzen und Risikofaktoren
für die Entwicklung einer Rechenschwäche oder einer Rechenstörung 96

Michael Gaidoschik
Zur Rolle des Unterrichts bei der Verfestigung des zählenden Rechnens 111

Dietmar Grube/Jenny Busch/Claudia Schmidt
Kognitive Bedingungen der Rechenschwäche 126

Elisabeth Moser Opitz/Verena Schindler
Mathematiklernen im Kontext von sprachlichen Faktoren 141

Michael von Aster/Larissa Rauscher/Juliane Kohn/Yasmin Eitel
Mathematikangst 156

Stolpersteine in der Entwicklung arithmetischer Kompetenz

Lisa Hefendehl-Hebeker
Entwicklung des Zahlenverständnisses im Mathematikunterricht 172

Günter Krauthausen
Entwicklung arithmetischer Fertigkeiten und Strategien –
Kopfrechnen und halbschriftliches Rechnen 190

Rita Schultz/Elfriede Jakob/Hans-Dieter Gerster
Teile-Ganzes-Denken über Zahlen und Operationen:
Herausforderung und Leitidee des Anfangsunterrichts 206

Elfriede Jakob/Rita Schultz
Wege zur Beherrschung des Einmaleins im Sinne des Teile-Ganzes-Konzepts 225

Hans-Dieter Gerster
Schriftliche Rechenverfahren verstehen –
Methodik und Fehlerprävention 244

Moritz Herzog/Annemarie Fritz/Antje Ehlert
Entwicklung eines tragfähigen Stellenwertverständnisses 266

Sebastian Wartha
Rechenschwäche in der Sekundarstufe:
Auswirkungen nicht überwundener Lernhürden der Primarstufe auf das Arbeiten mit Brüchen 286

Diagnostik arithmetischer Kompetenzen

Andreas Obersteiner/Kristina Reiss
Interventionsstudien zur Förderung numerischer Basiskompetenzen
rechenschwacher Kinder – ein Überblick über theoretische Grundlegungen und Förderansätze 308

Jan Lonnemann/Marcus Hasselhorn
Diagnostik mathematischer Leistungen und Kompetenzen:
Grundlagen, Verfahren und Forschungstrends 323

Stefan Voß/Simon Sikora/Bodo Hartke
Lernverlaufsdiagnostik als zentrales Element
der Prävention von Rechenschwierigkeiten 339

Marjolijn Peltenburg/Marja van den Heuvel-Panhuizen/Alexander Robitzsch
Das mathematische Potenzial von Sonderschülern durch Einsatz neuer Technologien auschöpfen 356

Christoph Selter
Förderorientierte Diagnose und diagnosegeleitete Förderung 375

Förderung beim Erwerb arithmetischer Kompetenzen

Andreas Schulz/Timo Leuders/Ulrike Rangel
Arithmetische Basiskompetenzen am Übergang zu Klasse 5 –
eine empirie- und modellgestützte Diagnostik als Grundlage für spezifische Förderentscheidungen 396

Wilhelm Schipper/Sebastian Wartha
Diagnostik und Förderung von Kindern mit besonderen Schwierigkeiten beim Rechnenlernen 418

Birte Pöhler/Susanne Prediger
Verstehensförderung erfordert auch Sprachförderung –
Hintergründe und Ansätze einer Unterrichtseinheit zum Prozente verstehen, erklären und berechnen 436

Alexander Müller/Antje Ehlert/Annemarie Fritz
Inklusiver Mathematikunterricht – notwendige methodische und organisatorische Veränderungsprozesse 460

Petra Scherer
Produktives Mathematiklernen für alle – auch im inklusiven Mathematikunterricht ?! 478


Die Autorinnen und Autoren 492