lehrerbibliothek.de
Grundbegriffe der Kulturtheorie und Kulturwissenschaften
Grundbegriffe der Kulturtheorie und Kulturwissenschaften




Ansgar Nünning (Hrsg.)

Verlag J. B. Metzler
EAN: 9783476103512 (ISBN: 3-476-10351-X)
254 Seiten, 11 x 19cm, September, 2005

EUR 14,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Dieses Nachschlagewerk bietet Studierenden im Grundstudium einen Leitfaden durch die Fülle der kulturwissenschaftlichen Fachbegriffe. In über 150 Einträgen informiert der Band über die wichtigsten neueren Ansätze der Kulturtheorie wie z.B. Kulturanthropologie, Kultursemiotik, Mentalitätsgeschichte und Postkoloniale Literaturtheorie sowie über die von diesen Ansätzen geprägten Grundbegriffe wie z.B. Ethnizität, Interkulturalität und Ritual.
Rezension
Zwar kann dieses Bändchen aus der Reihe "Sammlung Metzler" nicht ganz mit dem "Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie" mithalten, gleichwohl enthält dieses Grundbegriffslexikon in kompakter Weise Ansätze, Begriffe und Themenfelder des kultur- und medienwissenschaftlichen Diskurses. Kulturwissenschaft ist zum fächerübergreifenden Zentralbegriff geworden, entsprechend werden grundlegende Bereiche aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen thematisiert: Identitätstheorien (Psychologie), Mythos (Literatur / Religion), Performance (Kunst und Theaterwissenschaft), Semiotik (Literaturwissenschaft), Zivilisationstheorie (Soziologie) usw.

Thomas Bernhard für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Einziges Kompakt-Nachschlagewerk zum Thema
Für die mühelose Orientierung im Grundstudium
Bibliografie bei jedem Lemma, Auswahlbibliografie im Anhang

Leitfaden durch die Fülle kulturwissenschaftlicher Begriffe und Theorien. In über 150 Beiträgen informiert der Band über die wichtigsten Ansätze, wie z. B. Dekonstruktivismus, Gender Studies, Postkolonialismus und Kultursemiotik sowie die zentralen Begriffe wie etwa Erinnerung, Ritual und Ethnizität.

Autor
Ansgar Nünning, Professor für Englische und Amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Gießen und Gründungsdirektor des "Gießener Graduiertenzentrum Kulturwissenschaften".

Pressestimmen
In ca. 150 Artikeln erschließt das vorliegende Sachlexikon den aktuellen Stand der kulturwissenschaftlichen Diskussion... Germanistik
Inhaltsverzeichnis
Vorwort V

Grundbegriffe von A—Z 1

Abkürzungen 229
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 232
Auswahlbibliographie. 234

Leseprobe:
Lebenswelt, E. Husserl hat in seinem Spätwerk, v.a. im postumen dritten Teil der Arwtj-Schrift, den Begriff L. in einer Wendung gegen das objektivistische Selbstverständnis der abendländischen, bes. der cartesianischen Philosophie eingeführt, nachdem es bereits seit der Jh.wende unspezifische Verwendungen des Wortes gegeben hatte. L. bezeichnet als Grenzbegriff einen Bereich des Selbstverständlichen und Voraussetzungslosen, der jedem theoretischen Denken fundierend vorausliegt. Parallele Begriffsverwendungen finden sich in der Philosophischen Anthropologie bei M. Scheler, A. Gehlen und H. Plessner, teilweise mit stärkerer Betonung der >Praxis<-Komponente.
— J. Habermas führt L. 1981 in seiner Theorie des kommunikativen Handelns neu ein: Die moderne Gesellschaft ist bestimmt durch die Opposition von >System< und einer durch >Kolonialisierung< bedrohten >L.<. Diese Auffassung hat dem Begriff eine neue soziologische, politische und hermeneutische Dimension verliehen, deren Diskussion noch nicht abgeschlossen ist. L. erscheint, anders als bei Husserl, implizit als wertbesetzter »Komplementärbegriff zum >kommunikativen Handelm« (Habermas 1981, Bd. 2, S. 198). H.-G. Gadamer hat L. in seinen späteren Schriften aufgegriffen und ihn zu einem versteckten Zentralbegriff der Hermeneutik gemacht. Wie bei Habermas ist L. hier der jeder begrifflichen Verfugung entzogene Hintergrundkonsens, der allem Verstehen und aller Verständigung zugrunde liegt.

Lit.: E. Husserl: Die Krisis der europ. Wissenschaften und die tanszendentale Phä-nomenologie (Hg. W. Biemel) (Husserliana Bd. 6), Den Haag 1969 [1936/ 54].
- J. Habermas: Theorie des kommunikativen Handelns, 2 Bde., EfM. 1981. - U. Matthiesen: Das Dickicht der L. und die Theorie des kommunikativen Handelns, Mchn. 1983. - R. Weiter: Der Begriff der L., Mchn. 1986. - H.-G. Gadamer: Das Erbe Europas, FfM. 1989. — G. Preyer et al. (Hgg.): Protosoziologie im Kontext, Würzburg 1996. - E.W. Orth: E. Husserls >Krisis der europ. Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie<, Darmstadt 1999. PJB