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Gott denken angesichts des Atheismus
Gott denken angesichts des Atheismus




Ulrich Neuenschwander, Werner Zager

Neukirchener Verlagshaus
EAN: 9783788718459 (ISBN: 3-7887-1845-5)
310 Seiten, paperback, 15 x 22cm, 2001

EUR 24,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
In einer Zeit, in der sich der Glaube an Gott nicht mehr von selbst versteht, sind Theologie und Kirche herausgefordert, neu über Gott nachzudenken. Dieser Herausforderung stellen sich die hier vereinigten Beiträge, indem sie sich mit dem geschichtlichen Phänomen des Atheismus auseinander setzen und Perspektiven für den Gottesglauben heute entwickeln.



Ulrich Neuenschwander, 1922-1977, Dr. theol., war von 1967-1977 Professor für Systematische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Bern.



Werner Zager, geb. 1959, Dr. theol., ist Dozent für Neues Testament an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum.
Rezension
Es handelt sich um drei Vorlesungen zum Thema Atheismus vom Ende der 60er Jahre des Berner Systematikers Ulrich Neuenschwander, die von seinem Schüler Werner Zager für den Druck überarbeitet und mit einem eigenen Beitrag über Alberts Schweitzers "Ehrfurcht vor dem Leben" ergänzt wurden. - Atheismus scheint z.Zt. nicht gerade im Zentrum theologischen wie gesellschaftlichen Denkens zu stehen - anders als zur Entstehungszeit der Texte. Auch die Religionspädagogik wendet sich dem Thema heute eher pflichtgemäß im obligatorischen Oberstufenkurs zu, wenn überhaupt.

Thomas Bernhard für lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
VorwortV

I
Der moderne Atheismus
von Ulrich Neuenschwander 1


Vorbemerkungen 1
1. Die Grundlegung des heutigen Atheismus im 19. Jahrhundert. 8
1.1. Ludwig Feuerbach 8
1.2. Die Weiterentwicklung des grundsätzlichen Atheismus
bei Karl Marx und Friedrich Engels 17
1.3. Der Atheismus Friedrich Nietzsches 31
2. Der Atheismus des 20. Jahrhunderts 39
2.1. Die allgemeine geistige Lage in Bezug auf den Atheismus.... 39
2.2. Der existenzialistische Atheismus 59

II
»Gott ist tot« und die Theologie
von Ulrich Neuenschwander 65


1. Grundsätzliche Erwägungen über den möglichen
Sinn der Rede »Gott ist tot« 65
1.1. »Gott ist tot«: ein mythologischer Satz 65
1.2. »Gott ist tot«: ein psychologischer Satz 68
1.3. »Gott ist tot«: ein soziologischer Satz 72
1.4. »Gott ist tot«: ein geschichtlicher Satz 75
1.5. »Gott ist tot«: ein metaphysischer Satz 80
1.6. »Gott ist tot«: ein nihilistischer Satz 87
1.7. »Gott ist tot«: ein existenzieller Satz 91
1.8. »Gott ist tot«: ein humanistischer Satz 99
1.9. »Gott ist tot«: ein theologischer Satz 102
1.10. »Gott ist tot«: ein umfassender Satz 103
2. Die christozentrische »Gott ist tot«-Theologie 105
2.1. Die Ermöglichung des theologischen
christozentrischen Atheismus 105
2.1.1. Die Theologie Karl Barths als Ermöglichungsgrund
der »Gott ist tot«-Theologie 108
2.1.1.1. Gott in der Natur 111
2.1.1.2. Gott in der Geschichte 111
2.1.1.3. Gott in der menschlichen Seele 112
2.1.1.4. Die Polemik gegen die Religion 113
2.1.1.5. Die Fehlinterpretation des Idealismus 114
2.1.2. Die Existenzialtheologie als Ermöglichungsgrund
der »Gott ist tot«-Theologie 114
2.1.3. Paul Tillich, Dietrich Bonhoeffer
und die »Gott ist tot«-Theologie 120
2.2. Charakteristik und Kritik des christozentrischen Atheismus 124
3. Falsche Wege der Apologetik 137
3.1. Der Verweis auf Autorität 138
3.2. Der Versuch einer rational-dogmatistischen Metaphysik 140
3.3. Die historisierende Begründung des Glaubens
durch das Wunder 143
3.4. Die Bagatellisierung des Theodizeeproblems 149
4. Einige Erwägungen zur Gottesfrage 154
4.1. Wo wäre ein Gott, wenn er ein lebendiger wäre? 155
4.2. Sein, Seiendes, Leben, Dasein und deren Grund 158
4.3. Wie wäre ein Gott umschreibbar,
zu dem es religiöse Beziehung gäbe? 160
4.4. Gott als coincidentia oppositorum 167
4.5. Zweifel, Verzweiflung, Nihilismus, Wagnis des Glaubens.. 174
4.6. Die Selektion der Eindeutigkeit 175

III
Der heutige Mensch und die Frage nach Gott
von Ulrich Neuenschwander 181


1. Die impliziten Voraussetzungen 181
1.1. Die Frage nach Gott ist sinnvoll und unausweichlich 183
1.2. Die Frage nach Gott ist eine den Menschen
als Menschen angehende 188
1.3. Die Frage nach Gott ist keine zeitlose,
sondern stellt sich jeder Zeit auf spezifische Weise 194
2. Analyse des heutigen Menschen
in Bezug auf seine Frage nach Gott 198
2.1. Der heutige Mensch und die christlich-kirchliche Tradition 202
2.2. Der heutige Mensch als ein wissenschaftlich Denkender 209
2.3. Der heutige Mensch als ein mündiger Mensch
in einer mündigen Welt 220
2.4. Der heutige Mensch als unbehauster Mensch 230
2.5. Der heutige Mensch als seelisch hypotropher Mensch 239
2.6. Der heutige Mensch als Glied einer
pluralistischen Gesellschaft 249
3. Möglichkeiten des Glaubens für den heutigen Menschen .... 252
3.1. Gott als Mitmenschlichkeit 254
3.2. Glaube als Ehrfurcht vor dem Geheimnis
des Schöpfers und des Geschöpfs 259
3.3. Glaube als Mut zum Sein und als neues Sein 270

IV
Ehrfurcht vor dem Leben und elementare Frömmigkeit
von Werner Zager 283


1. Albert Schweitzers Anfragen an das kulturelle
Leben und Denken der Gesellschaft
zu Beginn des 20. Jahrhunderts und
ihre Bedeutung für unsere unmittelbare Gegenwart 285
2. Albert Schweitzers Antwort auf die erkannten ethischen
Missstände: die Grundzüge seiner Ehrfurchtsethik 291
3. Die Umsetzung der Anregungen Albert Schweitzers
in unserer Zeit 300


Personenregister 305

Publikationen von Ulrich Neuenschwander
in Auswahl 309