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Gott, Geld, Medien Studien zu den Medien, die die Welt im Innersten zusammenhalten
Gott, Geld, Medien
Studien zu den Medien, die die Welt im Innersten zusammenhalten




Jochen Hörisch

Suhrkamp
EAN: 9783518123638 (ISBN: 3-518-12363-7)
239 Seiten, paperback, 11 x 18cm, 2004

EUR 10,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Die drei leistungsstarken, weil paradoxiesensiblen Leitmedien Religion, Geld und Medien bzw., um in metonymischer Verdichtung zu formulieren, Hostie, Münze und CD-Rom sorgen für die elastischen und ineinander konvertierbaren Integrale, die die abendländischchristlichen bzw. westlichen Gesellschaften und Kulturen zusammenhalten.
Rezension
Der Mannheimer Germanistik-Professor nimmt den 11. September 2001 zum Anlass, um seine nicht unbekannten medienanalytischen Thesen zu untermauern; Gott, Geld, Medien - alles konvergiert im Terror des 11. September. Diese drei Bereiche hatte er schon in drei vorgehenden Suhrkamp-Bänden je einzeln problematisiert ("Brot und Wein - Die Poesie des Abendmahls" / "Kopf oder Zahl - Die Poesie des Geldes" / "Ende der Vorstellung - Die Poesie der Medien"). Nun werden sie eloquent und sprachlich medial-flott synoptisch präsentiert: die Zusammenhänge von Gott, Geld und Medien - nur vorgründig Konkurrenten, letztlich sehr miteinander verwandt, so der Autor. - Kurz: Man muss nicht alle konstruierten Zusammenhänge wirklich nachvollziehen können, aber anregend sind die Überlegungen alle Mal, quasi eine Art alternative Mediengeschichte ...

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Jochen Hörisch, geboren 1951, ist Professor für Neuere Germanistik und Medienanalyse an der Universität Mannheim.

Am 11. September 2001 wurden mit terroristischer Überdeutlichkeit drei weit voneinander entfernt scheinende Sphären aufeinander bezogen: Im Namen Gottes wurde das hochsymbolische Zentrum des internationalen Geldverkehrs medientauglich in Schutt und Asche gelegt. Gott, Geld und Medien stehen aber nicht erst seit diesem Terrorakt in einem intimen Spannungsverhältnis zueinander. Die Studien von Jochen Hörisch gehen der Geschichte und der Tiefenstruktur theologischer, monetärer und medialer Grammatiken nach und vertiefen die Analysen, die in den Bänden Brot und Wein – Die Poesie des Abendmahls (es 1692), Kopf oder Zahl – Die Poesie des Geldes (es 1998) und Ende der Vorstellung – Die Poesie der Medien (es 2115) vorgestellt wurden. Ihr Befund ist frappant: Gott, Geld und Medien stehen deshalb in einem so scharfen Konkurrenzverhältnis zueinander, weil sie so viele Gemeinsamkeiten haben.


Inhaltsverzeichnis
Einleitung 7

Konversionen - Ein Gedankenspiel 15

I GOTT

1. Minima Theologia - Paul Celans Psalm 33
2. Die erschöpfte Schöpfung 45
3. Auf Sand bauen - Eine Predigt 52
4. »Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube« 58
5. Der grüne Heinrich und der Hecht oder: Kann man Bedeutung essen? 63
6. Religiöse Abrüstung - Goethes Konversions-Theologie 67

II GELD

1. »Das unsichere Papiergeld« - Der Finanzminister und Gelddichter Goethe 83
2. Geld - Ein Handbuchartikel 108
3. Von der DM zum Euro - Ein C(r)ash-Kurs in Funktionalismus 119
4. Der mephistophelische Kapitalismus 127

III MEDIEN

1. Die verschwundenen Dinge - Die Tinte, das Tintenfaß, der Tintenklecks 143
2. Mich kennt jeder - Zur Leitwährung Prominenz 147
3. Versammlung und Zerstreuung - Personalisierung der Medien 159
4. Die Heilsversprechen der neuen Medien 163
5. Der Geist des Radios - 50 Jahre »Aula« im SWF 172
6. »Wunnebar«: Carrell, Howland, Ramsey, Torriani - Die Fernsehstimmen aus der Fremde 185
7. Die entfernte Entfernung - Annäherungen an Probleme der Telekommunikation 188
8. Worüber darf man (nicht) lachen? - Groteske Kommunikation nach dem 11. September 2001 200
9. Kunst und/oder Medien 223
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