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Gedichte und Interpretationen. Band 5: Vom Naturalismus bis zum Jahrhundertmitte
Gedichte und Interpretationen. Band 5: Vom Naturalismus bis zum Jahrhundertmitte




Harald Hartung (Hrsg.)

Reclam Stuttgart
EAN: 9783150078945 (ISBN: 3-15-007894-6)
428 Seiten, paperback, 15 x 15cm, 1983

EUR 9,10
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Diese siebenbändige Interpretationssammlung in historischer Folge - von der Renaissance bis zur Gegenwart - soll allen interessierten Lesern Zugang zu einzelnen Gedichten und lyrischen Epochen öffnen. Die Auswahl der Texte und ihre Deutung sind so angelegt, dass die jeweils epochenspezifischen Formen und Themen an repräsentativen Beispielen vorgeführt werden und eine verlässliche Abfolge zu einer Geschichte der deutschen Lyrik sich ergibt.



[Die Reihe ‚Gedichte und Interpretationen’ bei Reclam:

Band 1 Renaissance und Barock

Band 2 Aufklärung und Sturm und Drang

Band 3 Klassik und Romantik

Band 4 Vom Biedermeier zum Bürgerlichen Realismus

Band 5 Vom Naturalismus bis zur Jahrhundertmitte

Band 6 Gegenwart I

Band 7 Gegenwart II]
Rezension
Reclams Reihe 'Gedichte und Interpretationen' verbindet die Darstellung von Gedichten in chronologischer Reihenfolge mit ihrer Erschließung anhand von Interpretationen, die den jeweiligen historischen, politischen und kulturellen Hintergrund erläutern. Diese Abwechslung von Text und Kommentar ist eine detaillierte und praxisnahe Einführung in die deutsche Lyrik und ihre historische Entwicklung anhand der literarischen Epochen und Strömungen. Die Einleitungen zu den jeweiligen Bänden bzw. Literaturepochen vermitteln grundlegendes Wissen und erläutern die repräsentative Auswahl der Gedichte. So wendet sich die Anthologie sowohl an den erfahrenen wie an den unkundigen Leser. Die sieben Bände sind einzeln sowie als Gesamtausgabe in einer Kassette lieferbar.
Der 5. Band 'Vom Naturalismus bis zur Jahrhundertmitte' ist von Harald Hartung herausgegeben, dessen Einleitung die Stellung Nietzsches am Anfang der modernen deutschen Lyrik betont und die Opposition des Expressionismus zu einer ästhetizistischen Kunstauffassung, die nur Schönes darstellen will, als Ausdruck einer 'Endzeitstimmung' deutet; die Frage nach einer genauen Definition des Begriffs 'Expressionismus' erweist sich dabei als vielseitig beantwortbar. Hartung kommentiert die Auswahl der Gedichte nicht explizit; die wichtigsten Vertreter der Epoche(n) sind aber in die Auswahl aufgenommen und die Autoren der Aufsätze interpretieren in verständlicher Sprache.
Ein Register der Verfasser der Gedichte und - in Klammern dahinter - der Interpreten ergänzt den Band und macht so auch ein gezieltes Nachschlagen einzelner Gedichte der Lyrik vom Naturalismus bis zur Jahrhundertmitte möglich; ein Verzeichnis aller Autoren der Gedichte findet sich im 7. Band. Die Reihe ist damit auch als Lyriklexikon und verwendbar.

Melanie Förg, Lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Die sieben Bände Gedichte und Interpretationen bieten in historischer Folge exemplarische Texte und kompetente Interpretationen deutschsprachiger Lyrik von der Renaissance bis heute. Sie öffnen den Zugang zu einzelnen Gedichten und lyrischen Epochen. Aus Lektüre und Interpretation ergibt sich im Ganzen eine Geschichte der deutschen Lyrik.

(Info unter www.reclam.de)
Inhaltsverzeichnis
Harald Hartung: Einleitung (S.9)

Friedrich Nietzsche: An der Brücke (S.19)
Wolfram Groddeck: "Ein andres Wort für Musik". Zu Friedrich Nietzsches Venedig-Gedicht (S.20)

Hugo von Hofmannsthal: Manche freilich... (S.33)
Reinhold Grimm: Bange Botschaft. Zum Verständnis von Hofmannsthals "Manche freilich..." (S.34)

Gustav Falke: Zwei (S.43)
Jürgen Viering: Eine Pantomime der Sehnsucht. Über Gustav Falkes "Zwei" (S.44)

Richard Dehmel: Der Arbeitsmann (S.53)
Jürgen Viering: Ein Arbeiterlied? Über Richard Dehmels "Der Arbeitsmann" (S.54)

Stefan George: Gemahnt dich noch das schöne bildnis / Es lacht in dem steigenden jahr dir (S.67)
Ralph-Rainer Wuthenow: Zur Lyrik Stefan Georges: Zwei Gedichte aus dem "Jahr der Seele" (S.68)

Arno Holz: Im Thiergarten (S.81)
Hans Esselborn: Die gespiegelte Welt. Zu Holz' "Im Thiergarten" (S.81)

Alfred Mombert: Du frühster Vogel (S.90)
Elisabeth Höpker-Herberg: "Ich lausche meiner obern Melodie". Die dichterische Grunderfahrung Alfred Momberts in einem Gedicht aus dem "Denker" (S.90)

Rainer Maria Rilke: Denn sieh: sie werden leben (S.100)
Reinhod Grimm: Von der Armut und vom Regen: Rilkes 'Antwort' auf die 'soziale Frage' (S.101)

Else Lasker-Schüler: Ein alter Tibetteppich (S.108)
Swantje Ehlers: Ein Spiel von Form und Inhalt. Zu Else Lasker-Schülers "Ein alter Tibetteppich" (S.108)

Jakob von Hoddis: Weltende (S.118)
Karl Riha: "Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut" (S.118)

Georg Heym: Ophelia (S.126)
Walter Hinck: Intergationsfigur menschlicher Leiden. Zu Georg Heyms "Ophelia" (S.128)

Georg Heym: Die Ruhigen (S.138)
Alfred Kelletat: Bändigung und Läuterung. Georg Heyms Gedicht "Die Ruhigen" (S.139)

Alfred Lichtenstein: Die Dämmerung (S.148)
Wolfgang Max Faust: Das Gedicht als verunsichernde Sprachwelt (S.148)

Gottfried Benn: D-Zug (S.157)
Horst Enders: Gottfried Benn: "D-Zug" (S.158)

Georg Trakl: De profundis (S.166)
Manfred Kux: "De profundis" - aus dem Abgrund (S.167)

Georg Trakl: An den Knaben Elis (S.175)
Hans Esselborn: Trakls Knabenmythos (S.176)

Ernst Stadler: Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht (S.185)
Jürgen Viering: "Aufbruch" und "Einkehr". Über Ernst Stadlers "Fahrt über die Kölner Rheinbrücke bei Nacht" (S.186)

August Stramm: Erinnerung (S.199)
Jeremy Adler: Von der Mystik zur Avantgarde. August Stramms "Erinnerung" (S.200)

Alfred Wolfenstein: Glück der Äußerung (S.211)
Günter Holtz: Allmacht des Menschen im Wort des Dichters. Zu Alfred Wolfensteins "Glück der Äußerung" (S.212)

Hans Arp: eitel ist sein scheitel (S.221)
Wolfgang Max Faust: Dada oder Die befreite Phantasie (S.221)

Rudolf Borchardt: Abschied (S.230)
Ernst Osterkamp: Die Kraft der Form. Rudolf Borchardts Sonett "Abschied" (S.231)

Rainer Maria Rilke: Sei allem Abschied voran (S.244)
Peter Sprengel: Orphische Dialektik. Zu Rilkes Sonett "Sei allem Abschied voran" ("Sonette an Orpheus" II,13) (S.245)

Rainer Maria Rilke: Komm du, du letzter (S.253)
Alfred Behrmann: Rilkes letzte Verse (S.254)

Bertolt Brecht: Entdeckung an einer jungen Frau (S.266)
Alfre Behrmann: "Denn wir vergaßen ganz, daß du vergehst". Zu Brehts Sonett "Entdeckung an einer jungen Frau" (S.267)

Kurt Tucholsky: Der Graben (S.277)
Dirk Walter: Versöhnung - die Sache der kleine Leute. Zu Kurt Tucholskys Gedicht "Der Graben" (S.278)

Gottfried Benn: Valse triste (S:288)
Horst Enders: "Valse triste" von Gottfried Benn (S.290)

Erich Kästner: Jahrgang 1899 (S.309)
Dirk Walter: Lyrik in Stellvertretung? Zu Erich Kästners Rollengedicht "Jahrgang 1899" (S.310)

Friedrich Georg Jünger: Der Mohn (S.320)
Hans-Michael Speier: Klassizismus und Widerstand. Zu Friedrich Georg Jüngers Elegie "Der Mohn" (S.323)

Wilhelm Lehmann: Grille im Tessin (S.336)
Uwe Pörksen: Gryllotalpa Gryllotalpa (S.336)

Elisabeth Langgässer: Daphne (S.348)
Axel Vieregg: Das Gedicht als Mysterium. Zu Elisabeth Langgässers "Daphne" (S.348)

Oskar Loerke: Winterliches Vogelfüttern (S.360)
Hans Dieter Schäfer: Oskar Loerke: "Winterliches Vogelfüttern" (S.361)

Bertolt Brecht: An die Nachgeborenen (S.369)
Günter Holtz: Nachricht aus finsterer Zeit. Zu Brechts Gedicht "An die Nachgeborenen" (S.372)

Gertrud Kolmar: Verwandlungen (S.384)
Günter Holtz: Metamorphosen einer Passion. Zu Gertud Kolmars "Verwandlungen" (S.385)

Georg Britting: Was hat, Achill... (S.393)
Albert con Schirnding: "An Mann begegnet seinem Tod". Zu Georg Brittings Gedicht "Was hat, Achill..." (S.394)

Kurt Schwitters: Die Nixe (S.405)
Karl Riha: Goethe - dadaistisch! (S.406)

Theodor Kramer: Slawisch (S.412)
Bernd Jentzsch: "Haben unser Herzblut nicht für nichts vertan" (S.413)

Walter Höllerer: Der lag besonders mühelos am Rand (S.415)
Michael Feldt: Zerstörte Poesie la Bild des 'beschädigten Lebens' (S.416)

Autorenregister (S.426)