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Gedichte und Interpretationen. Band 1: Renaissance und Barock
Gedichte und Interpretationen. Band 1: Renaissance und Barock




Volker Meid (Hrsg.)

Reclam Stuttgart
EAN: 9783150078907 (ISBN: 3-15-007890-3)
416 Seiten, paperback, 15 x 15cm, 1982, mit 4 Abbildungen

EUR 9,10
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Diese siebenbändige Interpretationssammlung in historischer Folge - von der Renaissance bis zur Gegenwart - soll allen interessierten Lesern Zugang zu einzelnen Gedichten und lyrischen Epochen öffnen. Die Auswahl der Texte und ihre Deutung sind so angelegt, dass die jeweils epochenspezifischen Formen und Themen an repräsentativen Beispielen vorgeführt werden und eine verlässliche Abfolge zu einer Geschichte der deutschen Lyrik sich ergibt.



[Die Reihe ‚Gedichte und Interpretationen’ bei Reclam:

Band 1 Renaissance und Barock

Band 2 Aufklärung und Sturm und Drang

Band 3 Klassik und Romantik

Band 4 Vom Biedermeier zum Bürgerlichen Realismus

Band 5 Vom Naturalismus bis zur Jahrhundertmitte

Band 6 Gegenwart I

Band 7 Gegenwart II]
Rezension
Reclams Reihe 'Gedichte und Interpretationen' verbindet die Darstellung von Gedichten in chronologischer Reihenfolge mit ihrer Erschließung anhand von Interpretationen, die den jeweiligen historischen, politischen und kulturellen Hintergrund erläutern. Diese Abwechslung von Text und Kommentar ist eine detaillierte und praxisnahe Einführung in die deutsche Lyrik und ihre historische Entwicklung anhand der literarischen Epochen und Strömungen. Die Einleitungen zu den jeweiligen Bänden bzw. Literaturepochen vermitteln grundlegendes Wissen und erläutern die repräsentative Auswahl der Gedichte. So wendet sich die Anthologie sowohl an den erfahrenen wie an den unkundigen Leser. Die sieben Bände sind einzeln sowie als Gesamtausgabe in einer Kassette lieferbar.
Der 1. Band 'Renaissance und Barock' ist von Volker Meid herausgegeben, der in seiner Einleitung - ausgehend von Martin Opitz' 'Buch von der deutschen Poeterey' (1624) - einen kurzen Abriss gibt über die Emanzipation des Deutschen, der Volkssprache, von der damaligen Literatursprache, dem Lateinischen. Die 32 Gedichte umfassende Auswahl reicht vom typisierenden, noch auf das Mittelalter verweisenden 'traut geselle' (Tagelied A) über Paul Flemings exemplarischem 'An Sich' bis zu den unzeitgemäßen, da individualisierenden Werken Johann Christian Günthers. Sie kann damit als repräsentative Auswahl gelten, die trotz der Formen- und Ausdrucksvielfalt der Zeit dem Leser einen guten (ersten) Einblick vermittelt.
Ein Register der Verfasser der Gedichte und - in Klammern dahinter - der Interpreten ergänzt den Band und macht so auch ein gezieltes Nachschlagen einzelner Gedichte der Renaissance und des Barock möglich; ein Verzeichnis aller Autoren der Gedichte findet sich im 7. Band. Die Reihe ist damit auch als Lyriklexikon verwendbar.

Melanie Förg, Lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Die sieben Bände Gedichte und Interpretationen bieten in historischer Folge exemplarische Texte und kompetente Interpretationen deutschsprachiger Lyrik von der Renaissance bis heute. Sie öffnen den Zugang zu einzelnen Gedichten und lyrischen Epochen. Aus Lektüre und Interpretation ergibt sich im Ganzen eine Geschichte der deutschen Lyrik.

Autoreninformation:

Dr. Volker Meid
lehrte von 1970 bis 1982 als Professor für deutsche Literatur an der University of Massachusetts in Amherst/USA, in Freiburg und Bielefeld. Seither arbeitet er als freier wissenschaftlicher Schriftsteller.

(Info unter www.reclam.de)
Inhaltsverzeichnis
Volker Meid: Einleitung (S.9)

Die Königskinder (S.21)
Ingeborg Springer-Strand: Tradition und Variation. Die Ballade von den Königskindern (S.24)

Wol auff, meines herczen traut geselle (Tagelied A) (S.32)
Lig still, meins herczen traut gespil (Tagelied B) (S.33)
Peter Ukena: "Ewig währ' uns die Nacht!" Zwei spätmittelalterliche Tagelieder (S.35)

Ulrich von Hutten: Ain new lied (S.42)
Peter Ukena: Legitimation der Tat (S.44)

Martin Luther: Ein feste burg ist unser Gott (S.53)
Lothar Schmidt: "Und wenn die Welt voll Teufel wär'" (S.55)

Hans Sachs: Der edelfalk (S.68)
Ulrich Maché: Boccaccio verbürgerlicht (S.70)

Conrad Celtis: Ode ad Apollinem (S.81)
Eckart Schäfer: Conrad Celtis' Ode an Apoll. Ein Manifest neulateinischen Dichtens in Deutschland (S.83)

Peter Lotichius Secundus: De puella infelici (S.94)
Eckart Schäfer: Zwischen dem deutschen Volkslied und römischer Elegie. Imitatio und Selbstfindung in Lotichius' "De puella infelici" (S.96)

Paulus Melissus (Schede): De fonte in clivo occidentali montis sacri, e regione Haidelbergae (S.111)
Eckart Schäfer: Die Aura des Heiligenbergs. Eine späte petrarkistische Ode des Paulus Melissus (S.113)

Martin Opitz: Francisci Petrarchae (S.124)
Ulrich Maché: Die Unbegreiflichkeit der Liebe. Das Petrarca-Sonett von Martin Opitz (S.125)

Martin Opitz: Ach Liebste / laß uns eilen (S.136)
Wulf Segebrecht: Rede über die rechte Zeit zu lieben (S.137)

Georg Rodolf Weckherlin: An das Teutschland (S.148)
Volker Meid: Ein politischer Deutscher (S.149)

Paul Fleming: An Sich (S.159)
Wilhelm Kühlmann: Selbstbehauptung und Selbstdisziplin (S.160)

Paul Fleming: Herrn Pauli Flemingi der Med. Doct. Grabschrifft (S.167)
Wilhelm Kühlmann: Sterben als heroischer Akt (S.168)

Paul Fleming: Wie Er wolle geküsset seyn (S.176)
Wilhelm Kühlmann: Ausgeklammerte Askese. Zur Tradition heiterer erotischer Dichtung in Paul Flemings Kußgedicht (S.177)

Jacob Balde: Cum de AlbertiWallensteinii...funesto exitu verba fecisset (S.187)
Wilhelm Kühlmann: "Magni fabula nominis". Jacob Baldes Meditationen über Wallensteins Tod (S.190)

Simon Dach: Unterthänigste letzte Fleh-Schrifft (S.198)
Wulf Segebrecht: Die Dialektik des rhetorischen Herrscherlobs (S.200)

Andreas Gryphius: An den gecreutzigten JEsum (S.210)
Wolfram Mauser: Andreas Gryphius - Philosoph und Poet unter dem Kreuz. Rollen-Topik und Untertanen-Rolle in der Vanitas-Dichtung (S.211)

Andreas Gryphius: Thränen in schwerer Kranckheit (S.222)
Wolfram Mauser: Was ist dies Leben doch? (S.223)

Andreas Gryphius: Einsamkeit (S.231)
Wolfram Mauser: Andreas Gryphius' "Einsamkeit". Meditation, Melancholie und Vanitas (S.231)

Georg Philipp Harsdörffer: Friedenshoffnung bey Nochschwebender Handlung zu Münster und Oßnabruck (S.245)
Ingeborg Springer-Strand: "Der Kriegsmann wil ein Schäfer werden" oder: Krieg, Frieden und Poesie in Harsdörffers "Friedenshoffnung" (S.246)

Friedrich von Logau: Sinngedichte (S.255)
Ernst-Peter Wieckenberg: Logau - Moralist und Satiriker (S.257)

Friedrich Spee: Liebgesang der Gesponß Jesu, im anfang der Sommerzeit (S.267)
Urs Herzog: Geistlicher "Augenblick" (S.271)

Paul Gerhardt: Sommer-Gesang (S.281)
Lothar Schmidt: Hertz und Garten-Zier (S.285)

Angelus Silesius (Johannes Scheffler): Geistreiche Sinn- und Schlußreime (S.303)
Louise Gnädiger: Die Rosen-Sprüche des "Cherubinischen Wandersmann" als Beispiel für Johannes Schefflers geistliche Epigrammatik (S.306)

Catharina Regina von Greiffenberg: Auf die unverhinderliche Art der Edlen Dicht-Kunst (S.319)
Ferdinand van Ingen: Poetik und "Deoglori" (S.319)

Christian Hofmann von Hoffmannswaldau: Sonnet. Vergänglichkeit der schönheit (S.331)
Christian Wagenknecht: Memento mori und Carpe diem (S.332)

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau: So soll der purpur deiner lippen (S.345)
Uwe-K. Ketelsen: "die Liebe bindet Gold an Stahl und Garn zu weisser Seyde" (S.346)

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau: Die Welt (S.356)
Urs Herzog: "Weiter schauen" (S.357)

Daniel Caspar von Lohenstein: Auff das absterben Seiner Durchl. Georg Wilhelms (S.366)
Uwe-K. Ketelsen: "Die Lebenden schlüssen den Sterbenden die Augen zu / die Todten aber öffnen sie den Lebenden". Zu Lohensteins Gedicht über den Tod des letzten Piasten, Georg Wilhelms von Liegnitz (S.369)

Johann Christian Günther: Abschieds-Aria (S.379)
Jürgen Stenzel: "Welch Pflaster kan den tieffen Riß verbinden?" (S.381)

Johann Christian Günther: Als er unverhofft von etlichen Gönnern aus Breßlau favorable Briefe erhielt (S.391)
Jürgen Stenzel: Pegasus im Joche (S.395)

Johann Christian Günther: Als er durch innerlichen Trost bey der Ungedult gestärcket wurde (S.403)
Jürgen Stenzel: Ein anderer Hiob (S.405)

Autorenregister (S.415)