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Franz Kafka - Brief an den Vater Mit einem unbekannten Bericht über Kafkas Vater als Lehrherr und anderen Materialien
Franz Kafka - Brief an den Vater
Mit einem unbekannten Bericht über Kafkas Vater als Lehrherr und anderen Materialien




Hans-Gerd Koch (Hrsg.)

Wagenbach
EAN: 9783803136121 (ISBN: 3-8031-3612-1)
141 Seiten, hardcover, 17 x 24cm, April, 2004

EUR 19,50
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Die Erinnerungen des Lehrjungen Frantisek Basík an seine Jahre in der Galanteriewarenhandlung der Kafkas enthalten überraschend andere Eindrücke von Hermann Kafka, als wir sie von Franz Kafka vermittelt bekommen.
Rezension
'Kafkaesk' präsentiert sich dem Leser das Werk des Prager Autors und lässt Raum für viele Interpretationen und offene Fragen. Vor allem Schüler haben Probleme, sich in die Denkstrukturen und Intentionen Kafkas zu versetzen. Insofern gilt sein Brief an den Vater als das Schlüsselwerk, das einen Zugang zum gesamten Werk ermöglicht. In diesem Buch wird Franz Kafkas "Brief an den Vater" dem autobiographischen Bericht Frantisek Xaver Basíks über seine Lehrjahre bei Hermann Kafka gegenübergestellt. Der Brief entstand unter dem Einfluss der geplatzten Hochzeit des Sohnes mit Julie Wohryzek, gegen die sich der Vater deutlich ausgesprochen hatte. Eine maschinenschriftliche Abschrift des Briefes deutet auf die Absicht hin, den Brief zu veröffentlichen. Es wird angenommen, dass dieses biographische Dokument fiktive Elemente enthält. Unklar bleibt, ob der Brief eine Abrechnung mit dem übermächtigen Vater oder das Eingeständnis des eigenen Scheiterns ist. Durch den bisher unbekannten Lebensbericht des Lehrjungen Basìk ergibt sich eine völlig neue Perspektive auf Hermann Kafka, er tritt darin nicht als Vater sondern als Lehrmeister auf. Im Vergleich werden dadurch unterschiedliche Bilder dieser stets dominant auftretenden Person gezeichnet, die bisher unberücksichtigte Schlüsse auf den Brief Kafkas und damit die Deutung seines Schreibens zulassen.

Georg Pfahler, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Franz Kafkas Brief an den Vater hat unser Bild von Hermann Kafka geprägt. Die neu aufgefundenen Erinnerungen des Lehrjungen Frantisek Basík an seine Jahre in der Galanteriewarenhandlung der Kafkas vermitteln allerdings überraschend andere Eindrücke.

Seit seiner Erstveröffentlichung im Jahr 1952 hat Kafkas von persönlicher, selbstverständlich subjektiver Wahrnehmung geprägter Brief an den Vater als Quelle für biographische Studien gedient.
Als Frantisek Xaver Basík 1940 seine Lebenserinnerungen niederschrieb, wußte er nicht, daß der Weltruhm des Sohnes seines ehemaligen Lehrherrn bereits eingesetzt hatte. Er wollte ja auch nicht über Franz Kafka oder dessen Familie schreiben, sondern über seine Lehrjahre von 1892 bis 1895 in einer Prager Großhandlung, deren Inhaber zufällig ein gewisser Hermann Kafka war. Absichtslos, sozusagen in Nebensätzen liefert er uns ein lebendiges Bild vom Alltag der Kafkas.
Hans-Gerd Koch stellt Kafkas Brief an den Vater und die Erinnerungen Basíks in ihren zeitgenössischen Kontext. Alena Wagnerová stellt die Problematik der Vaterfiguren und der Frauen der Gründerzeit anhand ausgewählter Einzelschicksale dar.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort

Franz Kafka - Brief an den Vater

Chronik der Galanteriewarenhandlung Hermann Kafka

Frantisek X. Basík und sein Lebenslauf

Frantisek X. Basík - Als Lehrjunge in der Galanteriewarenhandlung Hermann Kafka

Der Bürger der Königlichen Hauptstadt Prag
Hermann Kafka und seine Familie