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Einführung in die Kulturwissenschaft Grundbegriffe, Themen, Fragestellungen 4., durchgesehene Auflage 2017 (1. Auflage 2006)
Einführung in die Kulturwissenschaft
Grundbegriffe, Themen, Fragestellungen


4., durchgesehene Auflage 2017 (1. Auflage 2006)





Aleida Assmann

Reihe: Grundlagen der Anglistik und Amerikanistik (GrAA)


Erich Schmidt Verlag, Berlin
EAN: 9783503171415 (ISBN: 3-503-17141-X)
264 Seiten, paperback, 15 x 21cm, Januar, 2017

EUR 19,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Das Buch gliedert sich in die Kapitel ,Zeichen‘, ,Medien‘, ,Körper‘, ,Zeit‘, ,Raum‘, ,Gedächtnis‘, ,Identität‘. Es möchte möglichst voraussetzungslose Einstiege in komplexere theoretische und historische Zusammenhänge eröffnen und dabei auch das Interesse an Literatur verschiedener Gattungen und Epochen wecken. Der Band versteht sich nicht nur als Einführung, sondern auch als ein studienbegleitendes Hilfsmittel für eigenständige Erkundungen des Zusammenhangs von Textlektüre und wichtigen aktuellen Grundfragen der Kultur.

"Aleida Assmanns Buch überschreitet immer wieder die Grenzen eines engeren Verständnisses der Anglistik und öffnet damit Perspektiven, die frischen Wind bringen und faszinierende Blicke auf aktuelle Fragen ermöglichen. Assmanns themenzentrierte und in vorbildlich klarer Sprache verfasste Einführung kann als rundum gelungen angesehen werden; sie wird unter den Einführungen in die anglistisch-amerikanistische Literatur- und Kulturwissenschaft gewiss ihren festen Platz einnehmen." (Till Kinzel)
Rezension
Die Kulturwissenschaft(en) gewinnen an den Universitäten immer mehr an Bedeutung. Diese Einführung in die anglistisch-amerikanistische Literatur- und Kulturwissenschaft ist in sieben zentrale Begriffe von Kultur überhaupt gegliedert (vgl. Inhaltsverzeichnis): Kapitel ,Zeichen‘, ,Medien‘, ,Körper‘, ,Zeit‘, ,Raum‘, ,Gedächtnis‘, ,Identität‘. Kulturwissenschaft erforscht die materielle und symbolische Dimension von Kulturen. Sie vereinigt die kulturellen Aspekte von Kunstwissenschaft, Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Sprachwissenschaft, Philosophie, Theologie, Psychologie und Soziologie zu einem interdisziplinären Fach. Der Gegenstand ihrer Untersuchung ist nicht mehr nur die "hohe" Kultur, sondern sie bezieht alle Bereiche kulturellen Lebens mit ein. Aufmerksamkeit widmet sie dabei allen Medien, da Kultur nur in Medien geschieht.- Inhaltlich wurde in der 4. Auflage in das Kapitel über die Stadt London eine Ergänzung eingefügt, die auf den postkolonialen Wandel der Metropole eingeht und die Diskussion der Migrations-Thematik an die aktuelle Gegenwart heranführt. Auch die (Auswahl-)Bibliographie wurde ergänzt und aktualisiert. Absicht des Buches ist es, Texte, Themen, Begriffe und Theorien so miteinander zu verflechten, dass sich dabei über die Grenzen von Fächern und Methoden hinweg ein Fundus an gemeinsamem Wissen und erprobter Praxis abzeichnet – der Ansatz zu einem auch historisch informierten kulturwissenschaftlichen Grundwissen.

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Reihe: Grundlagen der Anglistik und Amerikanistik (GrAA)
Herausgegeben von Rüdiger Ahrens und Edgar W. Schneider
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 5

Einleitung 11

1. ZEICHEN 31

1.1 Zeichengebrauch als anthropologische Grundlage 31
1.1.1 Sprachskepsis und ‚linguistic turn‘ um 1900 33
1.1.2 Die Grund-Struktur des Zeichens: aliquid stat pro aliquo 35
1.1.3 Zeichenfunktionen 38
1.2 Literarische Kommunikationsstörungen 41
1.3 Zeichentypen 45
1.3.1 Performative Sprache 45
1.3.2 Drei Zeichentypen: symbolisch, ikonisch, indexikalisch 46
1.4 Sprache, Kultur, Gewalt 51

2. MEDIEN 59

2.1 Medien als Mittler? 59
2.1.1 Aufrasterung des kompakten Medienbegriffs 60
2.2 Mündlichkeit und Schriftlichkeit 62
2.2.1 Speichertechniken: Sicherungsformen der Wiederholung nd der Dauer 62
2.2.2 Mündliche Dichtung – schriftliche Literatur 64
2.2.3 Text als wiederholbare Mitteilung 66
2.2.4 Schriftträger und Buchformate 68
2.3 Schrift und Autorschaft im Spiegel der Mediengeschichte 70
2.3.1 Die Stabilisierung des Textes in Schrift und Druck 70
2.3.2 Schwache Autorschaft 72
2.3.3 Starke Autorschaft 74
2.3.4 Der Tod des Autors und der Triumph der Schrift 79
2.4 Text und Bild 81
2.4.1 Der ‚iconic turn‘ um 2000 82
2.4.2 Bilder im Text 83
2.4.3 Neue Medien 86

3. KÖRPER 91

3.1 Körperdiskurse 91
3.1.1 Die Hierarchie der Sinne 93
3.2 Körper, Sexualität und Gender 98
3.2.1 Körper, Seele, Geist 98
3.2.2 Körperliche Tabus und Exzesse 100
3.2.3 Sexualität als literarisches Thema 102
3.2.4 Gender 106
3.3 Menschenbilder – Historische Anthropologie 107
3.3.1 Die Materialität des Körpers 108
3.3.2 Künstliche und symbolische Körper 109
3.3.3 Körpertechniken, Körpergeschichten, Verhaltenslehren 111
3.3.4 Körperschriften 113
3.3.5 Exkarnierte und inkarnierte Kultur 116
3.4 Körper-Inszenierungen 118

4. ZEIT 123

4.1 Kulturelle Grundlagen des Zeiterlebens 123
4.1.1 Zur Ambivalenz der Zeit 123
4.1.2 Lebenszeit 125
4.1.3 ‚Kalte‘ und ‚heiße‘ Kulturen 128
4.1.4 Das Verhältnis der Generationen 129
4.1.5 Zeitbeschleunigung 130
4.2 Literarische Inszenierungen von Gegenwart 135
4.2.1 Fragmentierung der Wahrnehmung 136
4.2.2 Apotheosen des Augenblicks 137
4.2.3 Epiphanien 139
4.3 Der Alptraum der Geschichte142
4.3.1 Zeit-Transzendenz: Eliots Four Quartets 143
4.3.2 Im Zug der Zeit 146

5. RAUM 151

5.1 London – Das Labyrinth der Großstadt 154
5.1.1 London als Erlebnisraum – Thomas De Quincey 155
5.1.2 Die anonyme Masse der Großstadt – John Gay, Edgar Allan Poe und Virginia Woolf 159
5.2 Zentrum und Peripherie – Frederick Jackson Turner und Joseph Conrad 163
5.2.1 Kolonisierung, Eroberung, Kolonialismus 163
5.2.2 Grenze und Schwelle – Frederick Jackson Turners Mythos der ‚Frontier‘ 165
5.2.3 Die Krise des Empire – Joseph Conrads Heart of Darkness (1902) 168
5.3 Mythische Landschaft – Leslie Marmon Silkos Ceremony (1977) 174

6. GEDÄCHTNIS 181

6.1 Grundbegriffe der Gedächtnisforschung 182
6.1.1 Gedächtnis und Erinnerung 182
6.1.2 Aktives und passives Gedächtnis 183
6.1.3 Episodisches und semantisches Gedächtnis 184
6.1.4 Verkörpertes und ausgelagertes Gedächtnis 186
6.1.5 Individuelles und kollektives Gedächtnis 188
6.1.6 Trauma 190
6.2 Gedächtnisformen in Shakespeares Hamlet 191
6.2.1 Historisches Gedächtnis – das (unvollständige) Wissen von der Vergangenheit 192
6.2.2 Erinnern wider das Vergessen – Trauer und Melancholie 193
6.2.3 Traumatisches Gedächtnis – die verwirrenden Botschaften des Geistes 195
6.2.4 Semantisches Gedächtnis – Mnemotechnik 198
6.2.5 Episodisches Gedächtnis – Aufblitzen einer Kindheitserinnerung 199
6.2.6 Memento Mori – die emblematische Erinnerung des Todes 200
6.2.7 Das Gedächtnis des Zeugen – Ethik und Therapie der Erinnerung 202

7. IDENTITÄT 207

7.1 Individuelle Identität 208
7.1.1 Person 208
7.1.2 Subjekt 210
7.1.3 Geschlecht 214
7.1.4 Inklusions-Identität und Exklusions-Identität 217
7.1.5 Doppelgänger und multiple Identitäten 219
7.2 Kollektive Identität – Ethnie, Nation, Kultur 221
7.3 Der Kampf um den Kanon – Identitätspolitik im Medium der Literatur 224
7.3.1 Karibische Erfahrungen mit dem westlichen Kanon – Jamaica Kincaid 225
7.4 Wanderer zwischen den Kulturen 228
7.4.1 Mary Antin 228
7.4.2 Joseph Conrad 229
7.4.3 Salman Rushdie 230

Literaturverzeichnis 237
Sachregister 257
Namensregister 261