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Einführung in die Allgemeine Ethik  4., durchges. Auflage 2011
Einführung in die Allgemeine Ethik


4., durchges. Auflage 2011

Michael Quante

Wissenschaftliche Buchgesellschaft
EAN: 9783534245956 (ISBN: 3-534-24595-4)
191 Seiten, paperback, 17 x 24cm, 2011, mit Bibliogr., Sach- und Personenreg.

EUR 14,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Hervorragende didaktische Aufbereitung Klar und übersichtlich gegliedert

Zusammenfassungen, Fragen zur Vertiefung und Literaturhinweise in jedem Kapitel

Ideal zur Seminar- und Prüfungsvorbereitung



Die Ethik stellt einen zentralen Bereich philosophischer Diskussion dar und steht im Mittelpunkt vieler öffentlicher Diskussionen. Diese Einführung in die Allgemeine Ethik erläutert die zentralen Begriffe, stellt die wichtigsten Grundpositionen vor, diskutiert diese kritisch und leitet die Leser zur eigenen Auseinandersetzung an. Der Begründungsproblematik gilt dabei ein besonderes Augenmerk. Zusammenfassungen zu Beginn jeden Kapitels, Fragen am Schluss, die die Erarbeitung und Vertiefung des Stoffes erleichtern, eine gute Gliederung und Literaturhinweise machen das Buch zu einer Basislektüre für Studierende und zu einem guten Einstieg für alle an ethischen Themen interessierten Leser.



Michael Quante, Dr. phil., geb. 1962, Professor für Philosophie am Philosophischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Un iversität Münster.

Die Herausgeber:

Dieter Schönecker, Professor für Praktische Philosophie an der Universität Siegen.

Niko Strobach, Professor am Institut für Philosophie der Universität des Saarlandes.
Rezension
In bereits 4. Aufl. liegt jetzt diese kompakte Einführung in die Allgemeine Ethik vor. Das Ziel der Ethik ist die Erarbeitung von allgemeingültigen Normen und Werten. Dabei wird zwischen der Normativen bzw. Allgemeinen Ethik, die Prinzipien und Kriterien der Moral erhebt und allgemein gültige Normen und Werte bestimmt, und der Angewandten Ethik unterschieden, die gültige Normen, Werte, Handlungsempfehlungen eines jeweiligen ethischen Bereichs, z.B. Tierethik, wertet. Für beide Bereiche der Ethik bietet die Wissenschaftliche Buchgesellschaft im Rahmen der Reihe "Einführung Philosophie" je einen einführenden Band: Michael Quente, Einführung in die Allgemeine Ethik / Andreas Vieth, Einführung in die Angewandte Ethik. Die Allgemeine Ethik bestimmt die allgemeinen Prinzipien ethischer Urteile. Die Angewandte Ethik behandelt spezifische Handlungsfelder, die auch als sogenannte Bereichsethiken bezeichnet werden, etwa Medienethik, Tierethik oder Bioethik.

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
WBG-Preis EUR 9,90
Buchhandelspreis EUR 14,90

Michael Quante bietet hier eine didaktisch hervorragend aufbereitete Einführung in die Allgemeine Ethik. Er erläutert die zentralen Begriffe und stellt die wichtigsten Grundpositionen vor, diskutiert diese kritisch und leitet die Leser zur eigenen Auseinandersetzung mit den Grundfragen der Ethik an. Der Begründungsproblematik gilt dabei sein besonderes Augenmerk. Zusammenfassungen zu Beginn eines jeden Kapitels, Fragen am Schluss, die die Erarbeitung und Vertiefung des Stoffes erleichtern, eine gute Gliederung und Literaturhinweise machen das Buch zur Basislektüre für Studierende.

Die Ethik ist nicht nur ein zentrales Thema in der philosophischen Forschung, sondern steht auch im Mittelpunkt zahlreicher öffentlicher Diskussionen. In dieser mittlerweile in 4. Auflage vorliegenden Einführung in die Allgemeine Ethik erläutert der Autor anschaulich die zentralen Begriffe, diskutiert kritisch die wichtigsten Grundpositionen und leitet die Leser darüber hinaus zur eigenen Auseinandersetzung mit dem Thema an. Die wichtigsten Grundfragen sind dabei Ein besonderes Augenmerkt gilt dabei der Begründungsproblematik.
Zusammenfassungen zu Beginn jeden Kapitels sowie Fragen, Übungen und Literaturhinweise am Schluss erleichtern die Erarbeitung und Vertiefung des Stoffes. Diese didaktische Aufbereitung und die klare Gliederung machen das Buch nicht nur zur Basislektüre für Studierende, sondern auch zu einem guten Einstieg für alle anderen an ethnischen Themen interessierte Leser.

Rezensionen

»Stets weiß der Leser sich sicher geführt. Die Argumentation ist einfach und klar lesbar ... Einfach brillant!« Philosophischer Literaturanzeiger

» Quantes Buch zeichnet sich durch den systematischen Zugriff auf das Thema und das hohe Niveau der begrifflichen Differenzierung aus. Es bietet einen didaktisch exzellent aufbereiteten Überblick nahezu aller einschlägigen Fragen, Grundbegriffe und Typen der Ethik und bezieht dabei auch die Probleme ein, denen sich die zeitgenössische Moralphilosophie stellen muss ... Man wird ohne Zweifel sagen dürfen, dass Quante eine didaktisch exzellente Einführung vorgelegt hat.« Zeitschrift für philosophische Forschung

»Mit diesem Buch hat Q. eine lesenswerte, kurze und gut durchdachte Einführung in die Allgemeine Ethik vorgelegt, die die Hauptfragen und -argumentationsmodelle nicht nur vorstellt, sondern auch Lösungsvorschläge macht. Didaktischerseits ist auf seine jeweiligen Zusammenfassungen und Lektürehinweise hinzuweisen, wie auf Fragen und Übungen als Überprüfung des Gelesenen.« Theologische Literaturzeitung

»... eine ausgesprochen anregend geschriebene Einführung in die normative Ethik, die sich hauptsächlich in den Diskursen der analytischen Moralphilosophie informiert zeigt ... Michael Quantes Buch ist eine auf hohem didaktischem Niveau ausgearbeitete Einführung in die ethische Theorie, die den Leser mit einem an den analytischen Diskursen geschulten Argumentationsstandard vertraut macht und ihn im Hinblick auf das sachliche Begründungsproblem ethischer Theorien gut informiert entlässt. Gleichzeitig verbirgt sich hinter Quantes Einführung aber auch eine darüber hinausgehende konzeptionelle Anstrengung, welche die ethische Praxis unserer Lebensformen theoretisch plausibel zu machen sucht und mit dieser Lesart unserer Lebenswelt zu kritischen Rückfragen herausfordert.« Zeitschrift für Evangelische Ethik
Inhaltsverzeichnis
I. Dimensionen der Ethik

1. Einleitung
2. Grundfragen der philosophischen Ethik
3. Zwei zentrale Unterscheidungen
4. Der Aufbau dieser Einführung
5. Zusammenfassung, Lektürehinweise, Fragen und Übungen

II. Grundbegriffe der Ethik

1. Die Unverzichtbarkeit der Metaethik
2. Das Sollen: deontische Grundbegriffe
3. Das Gute: der grundlegende Wertbegriff
4. Zusammenfassung, Lektürehinweise, Fragen und Übungen

III. Die nonkognitivistische Herausforderung

1. Grundidee und Hintergrundannahmen des Nonkognitivismus
2. Sprachanalytische Vorüberlegungen
3. Hauptformen der nonkognitivistischen Ethikkonzeption
4. Zusammenfassung, Lektürehinweise, Fragen und Übungen

IV. Der Subjektivismus

1. Die Grundidee
2. Aufgeklärtes Eigeninteresse
3. Probleme und Grenzen des subjektiven ethischen Rationalismus
4. Zusammenfassung, Lektürehinweise, Fragen und Übungen

V. Objektivismus und Realismus (I)

1. Einleitung
2. Objektivismus oder Realismus: Vier mögliche Optionen
3. Der starke ethische Objektivismus
4. Zusammenfassung, Lektürehinweise, Fragen und Übungen

VI. Objektivismus und Realismus (II)

1. Vorklärungen
2. Der starke ethische Realismus
3. Der schwache ethische Realismus
4. Zusammenfassung, Lektürehinweise, Fragen und Übungen

VII. Ethischer Naturalismus

1. Grundidee und Grundbegriffe
2. Ansprüche und Ziele der evolutionären Ethik
3. Reichweite und Grenzen der naturalisierten Ethik
4. Zusammenfassung, Lektürehinweise, Fragen und Übungen

VIII. Haupttypen der Ethik

1. Der Gegenstand ethischer Bewertung
2. Grundorientierungen ethischer Bewertung
3. Deontologische Ethik
4. Utilitarismus
5. Tugendethik
6. Zusammenfassung, Lektürehinweise, Fragen und Übungen

IX. Begründung in der Ethik

1. Warum begründen?
2. Das Gespenst des Relativismus
3. Begründungsmodelle und Begründungsansprüche
4. Zusammenfassung, Lektürehinweise, Fragen und Übungen

X. Freiheit, Verantwortung und Determinismus

1. Einleitung
2. Metaphysische Freiheit und Determinismus
3. Ethische Freiheit und Verantwortung
4. Zusammenfassung, Lektürehinweise, Fragen und Übungen

Danksagung
Literatur
Namenregister
Sachregister


Leseprobe:

2. Metaphysische Freiheit und Determinismus
a) Die Problemstellung
»Menschen können mittels ihres Körpers Veränderungen in der physischen Welt bewirken. Gleichzeitig sind sie aufgrund ihrer körperlichen Existenz den unterschiedlichsten kausalen Einflüssen der physischen Realität ausgesetzt. Ein für die Ethik besonders wichtiger Fall sind solche Veränderungen, die Menschen aufgrund von Handlungen hervorbringen. Wer aufsteht, zum Fenster geht und dieses schließt, um sich danach wieder in seinen Sessel zu setzen, der hat unzählinge Wirkungen in der physischen Welt verursacht. Man denke nur allein an die unzähligen Luftmoleküle, die durch diesen Vorgang die Position verändern, oder an den Staub, den eine solche Aktion aufwirbelt. Diese Person hat auch eine Veränderung in der Wirklichkeit hervorgebracht, die sie zuvor beabsichtigt hatte: Sie hat ein offenes Fenster geschlossen. Ein solcher Eingriff in die physische Welt ist zweierlei zugleich: Er ist ein physisches Ereignis und die Realisierung einer Absicht. Ereignisse dieser Art sind Mittel, mit denen wir unsere Absichten, Wünsche oder Zwecke in der Welt handelnd zu realisieren versuchen.
An dieser Stelle ergibt sich nun ein Problem, welches die philosophischen Gemüter seit langem bewegt. Wenn es stimmt, dass die physische Welt durch strikte deterministische Gesetze bestimmt ist, und wenn es stimmt, dass Handlungen physische Ereignisse sind, die in die physische Welt kausal eingreifen, dann müssen Handlungen auch unter diese strikten deterministischen Gesetze fallen. Daraus folgt jedoch unmittelbar Folgendes: Es hat schon zu einem beliebigen Zeitpunkt vor Ausführung der konkreten Handlung h festgestanden, dass X diese Handlung zu dem späteren Zeitpunkt ausführen wird. In einem strikt determinierten physikalischen Universum muss dies sogar schon vor der Geburt von X feststehen. Mit anderen Worten: Wenn der physikalische Determinismus gilt, dann lag schon lange vor der Enststehung menschlichen Lebens fest, dass dieses Kapitel von bestimmten Personen zu bestimmten Zeiten gelesen werden wird. Weil Gleiches für alle unsere Handlungen gilt, kann von einer Kontrolle seitens des Handelnden keine Rede sein: Wenn die physische Wirklichkeit strikten deterministischen Gesetzen unterliegt, so die Schlussfolgerung, dann gibt es keine Freiheit, keine Kontrolle und damit auch keine Verantwortung.
Dieser Gedankengang hat intuitiv eine große Plausibilität, und das ihm zugrunde liegende Problem ist unter der Überschrift ›Freiheit und Determinismus‹ in die Philosophiegeschichte eingegangen. Trotz ihrer intuitiven Plausibilität ist die These, dass Freiheit und Determinismus nicht miteinander verträglich sind, von vielen Philosophen jedoch auch bestritten worden. Die Anhänger der Unverträglichkeitsthese gehen davon aus, dass der Determinismus mit unserer ethischen Praxis ›nicht vereinbar ist‹, weil er mit Freiheit als einer externen Bedingung dieser Praxis nicht verträglich ist (man nennt diese Position ›Inkompatibilismus‹). Die Kritiker dieser Argumentation halten dagegen, dass die von unserer ethischen Praxis als externe Bedingung vorausgesetzte Freiheit mit dem Determinismus ›verträglich‹ ist (diese Position nennt man ›Kompatibilismus‹). Beide Positionen werden seit zwei Jahrtausenden in der Philosophie sowohl heftig bestritten als auch entschieden verteidigt (vgl. die Darstellung in [X-1], Kap. 1). Deshalb liegt der Verdacht nahe, dass hier möglicherweise zentrale Begriffe in verschiedenen Bedeutungen gebraucht und dadurch konfligierende Intuitionen aktiviert werden. Es ist daher unerlässlich, im Folgenden Begriffsklärungen vorzunehmen und zwei Ebenen der Argumentation zu unterscheiden. Anschließend können wir dann die wichtigsten Positionen charakterisieren, die in der Diskussion vertreten werden.«