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Dogmatik heute Bestandsaufnahme und Perspektive
Dogmatik heute
Bestandsaufnahme und Perspektive




Thomas Marschler, Thomas Schärtl (Hrsg.)

Pustet
EAN: 9783791725826 (ISBN: 3-7917-2582-3)
564 Seiten, paperback, 16 x 23cm, 2014

EUR 49,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Für jede theologische Disziplin ist es sinnvoll, in bestimmten Abständen den Stand der fachlichen Debatten zu bilanzieren, aktuelle Entwicklungen wahrzunehmen und auf zukünftige Diskussionen und Themen hinzuweisen, deren Bearbeitung bereits begonnen hat oder nahegelegt werden muss. Dies leistet der vorliegende Band für das Fach Dogmatik mit einem Dutzend Beiträgen, die der klassischen Traktateinteilung folgen und den gegenwärtigen Stand der Diskussion spiegeln. Jeder Beitrag resümiert die fachlichen Debatten der letzten Dekaden, würdigt wichtige Autoren, Werke und Themen und entwickelt aktuelle Perspektiven weiter. Ein feingliedriges Inhaltsverzeichnis, die Auswahl maßgeblicher und repräsentativer Literatur zu jedem Traktat sowie ein Namenregister unterstreichen den Handbuchcharakter dieses Werks.





Thomas Marschler, Dr. theol. habil., Dr. phil., geb. 1969, ist Ordinarius für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg.



Thomas Schärtl, Dr. theol., Dr. phil. habil., geb. 1969, ist Professor für Philosophie / Philosophische Grundfragen der Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg.
Rezension
Jede Dogmatik als Summe der Lehre des christlichen Glaubens muss sich in der Gegenwart, im Heute, verantworten; sie muss den christlichen Glauben in und für die Gegenwart aussagbar machen. Dem stellt sich diese Dogmatik mit dem Titel "Dogmatik HEUTE". Der Untertitel "Bestandsaufnahme und Perspektiven" zeigt dabei, dass Dogmatik immer der Tradition (Bestandsaufnahme) verpflichtet ist, zugleich aber auch die Zukunft im Blick haben muss (Perspektiven). Deshalb resümiert jeder Beitrag dieser Dogmatik die fachlichen Debatten der letzten Jahrzehnte, würdigt wichtige Autoren, Werke und Themen und entwickelt aktuelle Perspektiven weiter. Dabei werden alle Themen (vgl. Inhaltsverzeichnis) der (katholischen) Dogmatik berücksichtigt - aus der Perspektive jüngerer katholischer akademisch Lehrender.

Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 15

THEOLOGISCH-DOGMATISCHE ERKENNTNISLEHRE
Hubert Filser

1 Ziele und Aufgaben der theologisch-dogmatischen Erkenntnislehre 19
2 Prinzipien der theologisch-dogmatischen Erkenntnislehre 22
2.1 Offenbarung und Wort Gottes 23
2.2 Glaube und Glaubensverständnis 25
3 Bezeugungsinstanzen des kirchlichen Glaubens 29
3.1 Die Heilige Schrift 29
3.2 Die Tradition 35
3.3 Die wissenschaftliche Theologie 37
3.4 Der Glaubenssinn der Gläubigen 39
3.5 Das kirchliche Lehramt 42
3.5.1 Existenz und Funktion des kirchlichen Lehramts 42
3.5.2 Die Letztentscheidungskompetenz des kirchlichen Lehramts 46
3.5.3 Dogmen als kirchliche, Wahrheit beanspruchende, verbindliche Glaubensaussagen 48
4 Dogmatik als theologische Glaubenswissenschaft 51
Auswahlliteratur 57

TRINITÄTSLEHRE
Thomas Schärtl

1 Der Horizont der Gottesfrage 62
1.1 Monotheismuskritik 63
1.2 Monotheismus in Vermittlung 65
1.2.1 Zuflucht zu Modelleng 66
1.2.2 Epistemized Trinity 67
1.3 Das Relevanzproblem 69
1.3.1 Trinität und Legitimationskonstrukte 70
1.3.2 Trinitätstheologie als Rahmentheorie 75
2 Brennpunkte 77
2.1 Ökonomische und immanente Trinität 79
2.1.1 Rahners Axiom in der Interpretation 80
2.1.2 Biblische Vorgaben und dogmatische Formulierung 84
2.2 Trinität und Metaphysik 87
2.2.1 Trinität und Logik 88
2.2.2 Substanz — Subjekt — Ereignis 92
2.3 Gottes Dreiheit in Einheit 97
2.3.1 Person — Relation — Bewusstsein 98
2.3.2 Gottes ‚personifizierende' Selbstvermittlung 104
2.4 Transposition und Transformation 114
2.4.1 Transpositionen: Trinität und Religionen 114
2.4.2 Transformationen: Trinität und Kultur 118
3 Ein altes, neues Feld: Trinität und Eigenschaften Gottes 123
Auswahlliteratur 129

SCHÖPFUNGSLEHRE
Franz Gruber

1 Ein Traktat im Spannungsfeld von Wissen, Glauben und Handeln 131
2 ‚Schöpfung' als Theorem von Existenzerfahrung, Weltdeutung und Handlungsorientierung 133
2.1 Ansätze schöpfungstheologischer Entwürfe 133
2.1.1 Schöpfung als transzendentale Bezogenheit: Transzendentaltheologische Ansätze 133
2.1.2 Schöpfung als messianische Vollendung: Der ökologische Ansatz von Jürgen Moltmann 136
2.1.3 Schöpfung als Befreiung und Kritik verfehlten Lebens: Befreiungstheologische und gesellschaftskritische Ansätze 138
2.1.4 Schöpfung als Leib Gottes: Feministisch-theologische Zugänge 140
2.1.5 Schöpfung als Vision einer Welt des Vertrauens: Der existenztheologische Entwurf von Eugen Drewermann 142
2.1.6 Schöpfung als Selbstmitteilung Gottes: Trinitäts- und offenbarungstheologische Ansätze 143
2.2 Schöpfung — biblisch-theologische Klärungen 146
2.3 Der komplexe Dialog mit den Naturwissenschaften 149
2.4 Zusammenfassung 155
3 Weltbild — Natur — Schöpfungserfahrung. Aktuelle Brennpunkte der Schöpfungslehre 156
3.1 Kosmologie und Weltbild 156
3.2 Das Desiderat einer neuen Theologie der Natur 163
3.3 Herausforderungen an den Traktat der Schöpfungslehre 167
Auswahlliteratur 171

THEOLOGISCHE ANTHROPOLOGIE
Ursula Lievenbrück

1 Einleitung 173
2 Verbindungslinien 178
2.1 Die Theologische Anthropologie im dogmatischen Themen- und Traktatspektrum 178
2.1.1 Theologische Anthropologie als eigenständiger Traktat? 178
2.1.2 Verbindungen der Theologischen Anthropologie zu anderen Traktaten 180
2.2 Ökumenische Diskussion um anthropologische und hamartiologische Fragen 183
2.3 Die Theologische Anthropologie im interreligiösen Dialog 185
2.4 Interdisziplinarität 186
3 Zugänge 188
3.1 Der Mensch zwischen Exzentrizität und Selbstzentriertheit (Wolfhart Pannenberg) 189
3.2 Freiheitstheoretischer Zugang (Thomas Pröpper) 191
3.3 Personalistisch-handlungstheoretischer Zugang (Karol Wojtyla — Johannes Paul II.) 195
3.4 Symboltheoretischer Zugang (Knut Wenzel) 197
3.5 Feministisch-theologischer Zugang 199
3.6 Befreiungstheologischer Zugang 200
4 Themen 202
4.1 „Was ist der Mensch?" Möglichkeiten und Grenzen einer Theologischen Anthropologie 202
4.2 Gottebenbildlichkeit 205
4.3 Geschlechterdualität 212
4.4 Hamartiologische Tendenzen 213
4.5 Erbsünde 218
Auswahlliteratur 228

CHRISTOLOGIE
Karlheinz Ruhstorfer

1 Einleitung 231
2 Resümee wichtiger Debatten seit ca. 1980 233
2.1 Der historische Jesus und die systematische Theologie 233
2.2 Christologie nach Auschwitz 237
2.3 Christologie und religiöser Pluralismus 241
2.4 Christologie und Inkulturation 244
2.5 Christologie der Armen 248
2.6 Feministische Christologie 250
2.7 Evolutive und prozesstheologische Christologie 253
2.8 Christologie der Freiheit 256
2.9 Das Jesusbuch des Papstes 259
2.10 Auferstehung 262
3 Aktuelle Perspektiven 268
3.1 Das Zeichen der Rettung 268
3.2 Das Fleisch in Gefahr 272
3.3 Jesus gibt zu denken — vielfach! Und einfach! 274
Auswahlliteratur 277

SOTERIOLOGIE
Nikolaus Wandinger

1 Unbestimmter Kern und Horizont des Glaubens? 281
2 Modelle von Erlösung und ihre Probleme 282
2.1 Biblische Problematik 282
2.2 Zentrale Motive soteriologischer Modelle 284
2.2.1 Der Sieg über den Satan 284
2.2.2 (Stellvertretende) Satisfaktion als Wiederherstellung der rechten Ordnung 285
2.2.3 Versöhnung des Zornes Gottes durch (stellvertretendes) Strafleiden 288
2.2.4 Das Opfer Christi 289
3 Dramatische Erlösungslehre als integratives Modell 290
3.1 Prolegomena 290
3.1.1 Der dramatische Ansatz 291
3.1.2 Mimetische Theorie 291
3.2 Der dramatische Weg Jesu als Weg der Erlösung 292
3.2.1 Erlösung durch Bekehrung zum kommenden Reich Gottes — Gericht aus der Ablehnung dieses Reiches 292
3.2.2 Kreuz und Auferstehung als neue Gestalt der Erlösung 295
3.3 Reinterpretation zentraler Begriffe 305
3.3.1 Satan 306
3.3.2 Opfer 306
3.3.3 Gericht und Zorn Gottes 309
3.3.4 Stellvertretung 310
3.4 Soteriologie heute 313
Auswahlliteratur 317

PNEUMATOLOGIE
Bernhard Nitsche

1 Hinführung 321
2 Diagnosen: historische Hintergründe und systematische Herausforderungen 325
3 Biblische Rückbesinnung 327
4 Trinitarische Pneumatologie 331
4.1 Gottes Geist und Gottes Wort im Zusammenhang von Schöpfung und Offenbarung 331
4.2 Gottes Geist und Gottes Wort in Jesus Christus 332
4.3 Der Heilige Geist als trinitarische Person? 333
4.4 Zur Filioque-Kontroverse 340
4.5 Systematische Positionen 342
5 Chancen einer expliziten und impliziten Pneumatologie 348
5.1 Geist und Kirche 348
5.2 Veränderte geistliche Konkurrenzen und Allianzen 353
5.3 Funktionale Äquivalente und figurative Entsprechungen in anderen Religionen 355
5.4 Schöpfungsspiritualität 355
5.5 Geistlich authentische Erfahrungen als Brücke zu allen Menschen 356
5.6 Auf dem Weg zu einer „indirekten" Kairologie in Anthropologie und Gesellschaftsanalytik 357
Auswahlliteratur 358

GNADENLEHRE
Ulli Roth

1 Theologiegeschichtliche Hinführung 361
2 Die Hauptrichtungen der heutigen Gnadentheologie 365
2.1 Die freiheitstheologische Richtung 365
2.2 Die transgressive Richtung 380
2.3 Die übernatürliche Richtung 384
2.4 Ökumenische Perspektiven in der Rechtfertigungslehre 388
3 Die Struktur der Hauptrichtungen 389
4 Perspektiven für die Weiterarbeit 393
Auswahlliteratur 396

MARIOLOGIE
Manfred Gerwing

1 Zum Forschungsstand 399
1.1 „Was geht uns Maria an?" 399
1.2 Motive und Motivationen 400
1.3 Neuerscheinungen und Neuentdeckungen 402
2 Reflexionen und offene Perspektiven 408
2.1 Maria im biblischen Zeugnis 408
2.2 Zur dogmengeschichtlichen Perspektive 414
2.2.1 Eva—Maria—Parallele 414
2.2.2 „... geboren aus Maria der Jungfrau" 416
2.2.3 Maria Immaculata oder: Maria im Anfang 420
2.2.4 Marias Vollendung 424
Auswahlliteratur 428

EKKLESIOLOGIE
Gregor Maria Hoff

1 Ekklesiologische Diskurse seit den 1980er Jahren: Debatten im Horizont des kirchlichen Lehramts 431
1.1 Wissenschaftstheoretisch-methodologische Voraussetzungen 431
1.2 Lehramtliche Dokumente als ekklesiologische Prozessoren 433
1.2.1 Die ekklesiologische Diskussion um die Befreiungstheologie 433
1.2.2 Die Communio-Ekklesiologie als Interpretationsformular des 2. Vatikanischen Konzils 436
1.2.3 Die Auseinandersetzung um den Konnex von Orts- und Universalkirche 437
1.3 Ökumenische Entwicklungen 440
1.3.1 Die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre" 440
1.3.2 „Dominus Iesus" und die Interpretation des „subsistit in" 442
1.4 Israeltheologie und Ekklesiologie 444
1.5 Ekklesiologische Theoriekonflikte im Zeichen kontextueller Theologien 445
2 Ekklesiologie im Horizont externer Diskursivierungen 447
2.1 Ekklesiologie angesichts der Komplizierung historischer Genealogien des Christentums 448
2.2 Ekklesiologie im Horizont rezenter Säkularisierungsdiskurse 450
3 Ekklesiologische Theorieprogramme: Diskursive Umstellungen und Erweiterungen 452
3.1 Metaphorologische Perspektive 452
3.2 Regnozentrische Perspektive 453
3.3 Institutionstheoretische Perspektive 454
3.4 Kontextuell-lokalkirchliche Perspektive 455
3.5 Kommunikations- und handlungstheoretische Perspektive 455
3.6 Erstphilosophisch-subjekttheoretische Perspektive 456
3.7 Die ekklesiologische Perspektive der Radical Orthodoxy 457
3.8 Postliberale Perspektive 459
3.9 Postmodern-dekonstruktive Perspektive 460
3.10 Heterotopologische Perspektive 461
3.11 Feministische Perspektive 463
4 Differenztheologische Perspektivierung 464
Auswahlliteratur 466

ALLGEMEINE SAKRAMENTENLEHRE
Stefan Oster

1 Gabe, Dialog und Person — Themen und Konturen einer Allgemeinen Sakramentenlehre 467
1.1 Hinführung 467
1.2 Die Impulse des II. Vatikanischen Konzils 469
1.3 Einzelthemen 472
1.3.1 Wort und Sakrament 472
1.3.2 Kirche als Sakrament — Analogie des Sakramentsbegriffs 474
1.3.3 Göttliche Wirkung und menschliche Mitwirkung und/oder personale Kommunikation? 479
1.3.4 Symbolische und rituelle Vermittlung 484
1.3.5 Sakramente, Liturgie und personale Anthropologie 487
1.3.6 Sakramente und Zeit 492
1.3.7 Sakramente, das Ästhetische und das Ereignis des Anderen 494
2 Aktuelle Perspektiven: Chancen, Herausforderungen, Desiderate 496
3 Gabe und Person 497
3.1 Theologie der Gabe: Selbstmitteilung und Person-Sein 497
3.2 Der sich verschenkende Christus und die Antwort der Kirche 502
3.3 Zentralität der Eucharistie und allgemeine Sakramentenlehre 504
Auswahlliteratur 507

ESCHATOLOGIE
Thomas Marschler

Einleitung 509
1 Die Suche nach einer angemessenen eschatologischen Hermeneutik und die Frage nach der inneren Mitte des Traktats 511
1.1 Traktataufbau und hermeneutische Grundprinzipien 511
1.2 Bildhaftigkeit und Sachgehalt eschatologischer Aussagen 515
1.3 Die christologische Wurzel der Eschatologie und ihre trinitarische Entfaltung 519
1.4 Anthropologische Zugänge 524
1.5 Der vermittelnde Ansatz Wolfhart Pannenbergs 525
1.6 Strukturelle Konsequenzen der hermeneutischen Grundausrichtung 527
1.7 Konsequenzen für die inhaltliche Ausgestaltung der Eschatologie 531
2 Kontexte gegenwärtiger Eschatologie 534
3 Ausgewählte Einzelaspekte der Debatte 538
3.1 Eschatologische Hoffnung im Zeitalter naturwissenschaftlicher Weltdeutung 539
3.2 Der universale Heilswille Gottes und die menschliche Freiheit der Verweigerung 543
3.3 Ökumenische Einigkeit in der Eschatologie? 547
Auswahlliteratur 552

Personenregister 555
Die Autoren 567