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Digitale Störungen bei Kindern und Jugendlichen
Digitale Störungen bei Kindern und Jugendlichen




Jan van Loh

Reihe: Komplexe Krisen und Störungen


Klett-Cotta
EAN: 9783608960334 (ISBN: 3-608-96033-3)
220 Seiten, hardcover, 14 x 22cm, 2018

EUR 29,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
»Experten warnen vor Online-Sucht bei Kindern und Jugendlichen.« ZDF heute

Digitale Medien sind längst in den Einzugsbereich therapeutischen Handelns gerückt, spätestens seit ihrer Aufnahme in das DSM-5. Das vorliegende Buch beschreibt psychodynamische Ansätze für die Diagnostik und Therapie von Kindern und Jugendlichen mit digitalen Störungen. Es erläutert, was ein Therapeut wissen muss, der mit betroffenen jungen Patienten und ihren Eltern zu tun hat.

- Erstes Buch zur Therapie von »Medien-Sucht«

- Enthält Fallbeispiele und Vorschläge einer systematisierten Diagnostik

- Was kann dahinter stecken und was müssen PsychotherapeutInnen über die digitale Technik und die sozialen Medien wissen, um solchen PatientInnen helfen zu können?

- Welches Verhalten ist überhaupt therapierelevant, auch wenn keine Anzeichen von Sucht erkennbar sind?

- Wie können PsychotherapeutInnen mit geringer Technikaffinität trotzdem helfen?

Dieses Buch wendet sich an:

- PsychotherapeutInnen

- PsychoanalytikerInnen

- KinderärztInnen

- ErzieherInnen und LehrerInnen

- SozialarbeiterInnen

Jan van Loh, Dr. phil., Dipl.-Psych., ist tiefenpsychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis, integrativer Lerntherapeut und Supervisor. Er hat Lehraufträge an der HU Berlin und der internationalen psychoanalytischen Universität Berlin (IPU) und ist Dozent an der Berliner Akademie für Psychotherapie (BAP) und beim Dachverband der Berliner Legastheniezentren.
Rezension
Digitale Störungen, - Manfred Spitzer spricht gar von Digitaler Demenz - erweisen sich bei Kindern und Jugendlichen zunehmend als Problem. Nicht wenige Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind kaum noch vom Computer und dem Internet weg zu bekommen, sie surfen allerorten und womöglich auch nachts im Internet, bei Kindern und Jugendlichen verschlechtern sich schulische Leistungen, andere Interessen werden vernachlässigt, sie isolieren sich von ihrer sozialen Umgebung und tauchen in Scheinwelten ein: Dann wird Online-Sucht vorliegen. So bedeutsam und notwendig heute ein gezielter Umgang mit Medien ist, so sehr drohen auch Gefahren. Digitale Medien sind längst in den Einzugsbereich therapeutischen Handelns gerückt, spätestens seit ihrer Aufnahme in das DSM-5. Das vorliegende Buch beschreibt psychodynamische Ansätze für die Diagnostik und Therapie von Kindern und Jugendlichen mit digitalen Störungen. Es erläutert, was ein Therapeut wissen muss, der mit betroffenen jungen Patienten und ihren Eltern zu tun hat.

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort der Reihenherausgeber
Geleitwort von Annette Streeck-Fischer 11
Vorbemerkung des Autors 13

Einführung 19

Ablehnung des Digitalen - eine sinnvolle psychoanalytische Grundhaltung? 29

Teil Eins
Kultur-, populär- & sozialwissenschaftliche Ansätze 37

Neil Postmans »Verschwinden der Kindheit« 38
Digitale Demenz: Manfred Spitzer 44
Spaß: Hans Mogels spieltheoretische Position 50
Neurowissenschaftliches Erzählen: Gerald Hüther 57
Soziologie des Digitalen: Von Sherry Turkle zu Martin Dornes 62

Teil Zwei
Evidenzbasierte Ansätze 67

Computer- bzw. Mediensucht: Psychiatrische Kriterien 67
Neurobiologische Grundlagen - schematisch zusammengefasst 69
Verhaltens- und Glücksspielsucht: Kritische Diskussion 71
Internet- und Computerspielsucht in Zahlen 74
Komorbidität 1: Digitale Medien und Angst 75
Komorbidität 2: Digitale Medien und Depression 77
Komorbidität 3: Digitale Sucht und ADHS 78
Komorbidität 4: Suchtstörungen und Persönlichkeitsstörungen 81
Manual gegen die Sucht am Digitalen: Die verhaltens-therapeutische Position 82
Verhaltenstherapeutische Ätiologie der Computerspiel- und Internetsucht 86
Digitale Suchtkonzepte: Kritische Diskussion 91
Empirische psychodynamische Ätiologie: Onlinesucht und Bindung 94

Teil Drei
Psychodynamische Ansätze 98

Psychodynamische Grundlagen 98
Unheimliche Spielzeuge: Sigmund Freud 101
Pinball-Spiele und Beziehung: Friedrich Kittler 103
Resonanz in der digitalen Moderne: Martin Altmeyer 111
Ich- Orientierung und Entgrenzung: Rainer Funk 117
Medien als Mutterbrust: Michael Ermann 126

Teil Vier
Vertiefte Psychodynamik und Entwicklungs-Psychopathologie digitaler Störungen 137

Mentalisierung und Symbolisierung des Digitalen 140
Einschub: Michael Balints Medientheorie 143
Mediale Entwicklungspsychopathologie der Latenz und Pubertät 144
Digitale Spiele mit Heinz Kohuts psychoanalytischer Musiktheorie betrachtet 149
Computerspiele, Es und Regression 151
Digitale Verschmelzungspunkte in der zweiten Freud'schen Topologie 153
Digitales Ich zwischen innerem Monolog, Narzissmus und Abwehr 156
Digitale Regulation von Schuld 157
Digitale Spiele und Über-Ich 158
Der heilige Ernst des digitalen Spiels: Johan Huizinga 162
Primär- und Sekundärvorgänge und die zwei interpersonellen Interaktionen des digitalen Ich
168
Digitale Geräte - Spielzeuge oder nicht? 177
Digitale Geräte als Übergangsobjekte 182
Reales und virtuelles Selbst 188
Sekundärer Übergangsraum und die beiden potentiellen Räume 191
Zur Psychodynamik sozialer Netzwerke 194
Digitale Gemeinschaften 197
Digitale Selbstdarstellung 202
Like-Funktion 203
Youtuber: Zwischen Multiplikation, Idealisierung und Identifikation 208
Digitale Abbilder expliziter Sexualität anderer: Online-Pornografie und andere virtuelle Spielarten des Sexuellen als zentrales Nebenthema 209
Die Entwicklung psychodynamischer diagnostischer Kategorien 218

Teil Fünf
Therapeuten und Medien 223

Mediale Selbsterfahrung 224
Digitale Paranoia - äußere und innere Realität 234
Zusammenfassung und Ausblick 239

Anhang: Literatur 241
Der Autor 247