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Die Gleichnisse Jesu
Die Gleichnisse Jesu




Luise Schottroff

Gütersloher Verlagshaus
EAN: 9783579052007 (ISBN: 3-579-05200-4)
318 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 14 x 22cm, Januar, 2005

EUR 19,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
»Jedes Gleichnis, das ich zu verstehen suchte,

wurde zu einer Überraschung für mich.«

Luise Schottroff



Hat Jesus seine Gleichnisse wirklich so gemeint, wie die kirchliche Tradition sie versteht? Hat er Gott

z.B. gleichgesetzt mit einem grausamen König, der seine Untertanen wegen Nichtigkeiten tötet? Luise Schottroff deckt den sozialgeschichtlichen Kontext der Gleichnisse Jesu auf. Sie zeigt, wie das

herkömmliche Verständnis der Bildreden Jesu in die Irre führt und macht sichtbar, welch befreienden Inhalt Jesu Lehre tatsächlich hat, wenn sie wieder als das verstanden wird, was sie ursprünglich war:

eine im Gespräch vorgetragene Botschaft, die mit den Zuhörerinnen und Zuhörern rechnete und um die

wirklichen Lebensverhältnisse wusste.

Ein erstaunliches, spannendes und verblüffendes Buch.



Mit Auslegungen der Gleichnisse vom

Barmherzigen Samaritaner,

Verlorenen Sohn,

Armen Lazarus

und vielen weiteren Gleichnissen.



Die Autorin:

Luise Schottroff war Professorin für Neues Testament in Mainz und Kassel und lehrt heute an der Pacific School of Religion in Berkeley/USA.
Rezension
Gleichnisse gehören neben den Wundergeschichten zu den religionspädagogisch am häufigsten behandelten Stoffen des Neuen Testaments. Zugleich hat die Erforschung der Gleichnisse in den vergangenen 100 Jahren seit Adolf Jülichers Ablehnung einer allegorischen Deutung immer wieder erhebliche Nuancierungen erfahren. - Die ehemalige Mainzer und Kasseler Neutestamentlerin Luise Schottroff, die heute in Berkeley/USA lehrt, steht für feministische und sozialgeschichtliche Bibelauslegung. Die Ermittlung des sozialgeschichtlichen Kontexts befreit Bibeltexte oftmals von einem traditionellen (Miß-)Verständnis und kirchlicher Verengung. Insbesondere auch bei den Gleichnissen Jesu kann das deutlich werden, wie die Verfasserin vielfältig zeigt: Jesu mündliche Botschaft (vom nahen Reich Gottes), die er mit seinen Bildreden zu erläutern versucht, ist eine lebendige und befreiende Redeweise, die an die tatsächlichen Lebensverhältnisse seiner Hörer/innen anknüpft und von daher ihre Glaubwürdigkeit erhält. Die Autorin zeigt diese Sichtweise der Gleichnisse Jesu in Kap. 1 exemplarisch auf, indem die Gleichnisse neu zu sehen gelernt werden, sie erläutert in Kap. 2 theoretisch ihre sozialgeschichtliche Gleichnisauslegung und sie legt in Kap. 3 umfassend alle Gleichnisse Jesu aus.

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
- Ein erstaunliches, spannendes und verblüffendes Buch!
- Eine Anleitung, biblische Gleichnisse sozialgeschichtlich neu zu lesen.
- Ein authentisches Verständnis wichtiger Texte des Christentums.
- Ein Muss für alle, die predigen oder die Bibel auslegen.

Hat Jesus seine Gleichnisse wirklich so gemeint, wie die kirchliche Tradition sie versteht? Hat er Gott z.B. gleichgesetzt mit einem kleinlichen König, der seine Untertanen wegen Nichtigkeiten tötet? Luise Schottroff deckt den sozialgeschichtlichen Kontext der Gleichnisse Jesu auf. Sie zeigt, wie das herkömmliche Verständnis der Bildreden Jesu in die Irre führt und macht sichtbar, welch befreiende Botschaft Jesu Lehre tatsächlich enthält, wenn sie wieder als das verstanden wird, was sie ursprünglich war: eine im Gespräch vorgetragene Botschaft, die mit den Zuhörerinnen und Zuhörern rechnete und um die wirklichen Lebensverhältnisse wusste.

Dr. Luise Schottroff ist Evangelische Theologin. Bis September 1999 war sie Professorin für Neues Testament an den Universitäten Mainz und Kassel. Seit Januar 2001 lehrt sie an der Pacific School of Religion in Berkeley, USA. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Sozialgeschichte des frühen Christentums, Feministische Befreiungstheologie in Westeuropa und der jüdisch-christliche Dialog.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 9

Einleitung 11

Teil I
Sehen lernen


1. Das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner. Lukas 18,9-14 .... 18
2. Das Gleichnis von den Winzern und der Gewalt. Markus 12,1-12 27
3. Die geschlossene Tür. Matthäus 25,1-13 44
4. Politik mit Zuckerbrot und Peitsche. Matthäus 22,1-14 55
5. Der beleidigte Gastgeber. Lukas 14,12-24 69
6. Eine Sprache für Hoffnung finden: das Gleichnis vom
unfruchtbaren Feigenbaum. Lukas 13,1-9 78
7. Vom Hören und Tun der Tora. Markus 4,1-20 89

Teil II
Sozialgeschichtliche Gleichnisauslegung
Überlegungen zu einer nichtdualistischen Gleichnistheorie


1. Mein Verständnis sozialgeschichtlicher Bibelauslegung im
Rahmen kontextueller Theologien 109
2. Dualismus in Gleichnistheorien 120
3. Metapher oder nicht Metapher? - Das ist hier die Frage 131
4. Was ist ein Gleichnis? 135
5. Der historische Jesus und Jesus in den Evangelien 138
6. Die Gattung der Gleichnisrede 141
7. Auf dem Weg zu einer Synthese von Methoden 143
8. Der literarische Kontext: die Evangelien 145

Teil III
Jesus, der Gleichniserzähler
Die Gleichnisse im literarischen Zusammenhang der Evangelien


1. Politische Prophetie. Markus 4,26-32 149
2. Zeit des Frühlings und der Nachtwachen. Markus 13,28-37 . . . 158
3. Gott ist nahe: Jesus, der Gleichniserzähler im Markusevangelium. Zusammenfassung 165
4. Gott lieben. Der barmherzige Samaritaner. Lukas 10,25-37 . . . 167
5. Das große messianische Fest der Freude oder: die lustigen
Nachbarinnen. Lukas 15,1-32 177
6. Es war einmal ein reicher Mann ... Das Geld und die Tora.
Lukas 16 205
7. »Er lebte das Leben eines Sklaven ...« (Phil 2,7).
Sklavengleichnisse im Lukasevangelium. Lukas 12,35-48;
17,3-10; 19,11-27 225
8. Zu Gott schreien. Lukas 11,5-13 und 18,1-8.
Der unverschämte Freund und die hartnäckige Witwe 247
9. Gleichnisse im Lukasevangelium. Zusammenfassung 256
10. Gottes Vergebung und die Welt der Finanzen. Matthäus 18,21-35 257
11. Das Brot und die Hoffnung. Matthäus 13 (Auswahl) 267
12. »Ist es mir etwa nicht erlaubt, mit meinem Eigentum zu machen,
was ich will?« Matthäus 20,1-16 274
13. Das Ende der Gewalt. Jesu Rede im Tempel.
Matthäus 21,23-22,14 286
14. Das Gleichnis von den Talenten und das Gericht Gottes
über die Völker. Matthäus 25,14-46 290


Anhang

1. Wie lese ich ein Gleichnis Jesu? 295
2. Verzeichnis der besprochenen Gleichnisse der Evangelien .... 297
3. Literatur 299
4. Register der Bibelstellen 313