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Der gütige Gott und das Übel Ein philosophisches Problem
Der gütige Gott und das Übel
Ein philosophisches Problem




Norbert Hoerster

Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406705670 (ISBN: 3-406-70567-7)
127 Seiten, paperback, 13 x 19cm, März, 2017

EUR 12,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Wie kann man den Schöpfer einer Welt, die für uns Menschen oft voller Leid und Schmerzen ist, mit gutem Grund als gütig seinen Geschöpfen gegenüber betrachten? Norbert Hoerster prüft in leicht verständlicher Sprache die besonders von Theologen vorgeschlagenen Lösungen dieses sogenannten Theodizeeproblems.

Es geht in diesem Buch nicht um die Frage, ob ein allmächtiger und allwissender Gott existiert, sondern um den Anspruch der Theologen, eine rationale Begründung für den Glauben an einen allgütigen Gott zu geben – trotz all der Naturkatastrophen und schweren Krankheiten sowie der von Menschen begangenen grausamen Verbrechen. In einem kritischen Gang durch die verschiedenen Begründungen, die sämtlich seiner Prüfung nicht standhalten, geht der Philosoph mit dem Wunschdenken der Theologen ins Gericht.

Norbert Hoerster, geb. 1937, lehrte von 1974 bis 1998 als Professor Rechts- und Sozialphilosophie an der Universität Mainz.
Rezension
Wie kann Gott allmächtig und allgütig sein angesichts des (nicht menschlich verursachten) Leids auf der Welt? Denn entweder ist er dann nicht allmächtig und kann Leid und Böses nicht beseitigen oder er ist nicht allgütig und will Leid und Böses nicht beseitigen. Die Theodizee-Frage wird schon in der Bibel im Buch Hiob eindringlich gestellt. Sie beschäftigt die Theologie und die Philosophie seit Jahrtausenden und stellt bis heute ein zentrales Problem der Gottesfrage dar. Kann man angesichts des Übels in der Welt vernünftigerweise genauso wie an einen allmächtigen und allwissenden auch an einen allgütigen, das heißt allen seinen Geschöpfen in Güte zugetanen Gott glauben? Dieses Problem wird gewöhnlich auch als das «Theodizeeproblem» bezeichnet: als das Problem der Rechtfertigung Gottes beziehungsweise des Glaubens an die unbegrenzte Güte Gottes angesichts des Übels in der Welt. Diese Problematik ist auch in der schulischen Religionspädagogik und im Philosophieunterricht ein klassisches und die Schüler/innen beschäftigendes Problem. Es ist das Kernproblem des traditionellen Gottesglaubens. Entgegen der üblichen theologischen Antwortversuche beschreibt dieses Buch die Theodizee als "philosophisches Problem" (Untertitel). Es überprüft kritisch den Anspruch der Theologen, eine rationale Begründung für den Glauben an einen allgütigen Gott zu geben und zeigt in einem kritischen Gang durch die verschiedenen Begründungen, dass sie alle einer Prüfung nicht standhalten.

Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung 7

I. Zur Einführung 9

1. Der Inhalt des Problems 10
2. Das Wesen des Übels 15
3. Die lebenspraktische Bedeutung des Problems 19

II. Misslungene Lösungen des Problems 27

1. Die Ausweichmanöver von Küng und Ratzinger 28
2. Die Spekulationen von Leibniz 31
3. Das Übel als Ursache des Guten 37

III. Das natürliche Übel und seine Notwendigkeit 43

1. Die Evolution des Menschen 44
2. Das Leben ohne natürliches Übel 53
3. Die Bewertung des natürlichen Übels 56

IV. Das moralische Übel und die Willensfreiheit 61

1. Der besondere Wert der Willensfreiheit 62
2. Die Relevanz der Willensfreiheit für die Moral 66
3. Moralisches Handeln ohne Versuchung zum Bösen 80

V. Weitere wichtige Fragen 95

1. Gottes Eingriffsmöglichkeit durch Wunder 96
2. Der Teufel als Urheber des natürlichen Übels 102
3. Die Frage der Beweispflicht 109

Schlusswort 119

Literaturhinweise 125