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Der Märtyrer als Waffe Die historischen Wurzeln des Selbstmordattentats
Der Märtyrer als Waffe
Die historischen Wurzeln des Selbstmordattentats




Joseph Croitoru

Carl Hanser Verlag
EAN: 9783446203716 (ISBN: 3-446-20371-0)
298 Seiten, 15 x 22cm, 2003

EUR 19,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Das Selbstmordattentat ist eine Form der Kriegsführung, die mittlerweile auch den Westen bedroht. Joseph Croitoru ist zum ersten Mal den kulturellen, religiösen und politischen Wurzeln dieser äußersten Form der Gewalt nachgegangen. Sein Buch zeigt die Wege, auf denen sich das Ideal des politischen Märtyrers seit der Mitte des 20. Jahrhunderts über den ganzen Globus verbreitet hat: Von Japan und Korea über den Iran und den Irak in den Nahen Osten und nach Saudi-Arabien, von wo die Attentäter des 11. September 2001 herstammten. Das Selbstmordattentat kann niemand verstehen - aber wir müssen seine Hintergründe kennen, weil es zum festen Bestandteil der modernen Kriegsführung gehört.
Rezension
Das Thema ist aktuell. Fassungslos betrachten wir die Taten der menschlichen Bomben in aller Welt. Joseph Croitoru beschreibt die Blutspur der Selbstmordattentäter über die japanischen Kamikaze-Flieger bis hin zu den Selbstmordattentätern vom 11. September. Ich halte es für wichtig, auch im Unterricht dieses unbegreifliche Phänomen zu thematisieren. Der Lehrerende findet im vorliegenden Buch eine fundierte Grundlage für seine Unterrichtsplanung.

Arthur Thömmes, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Selbstmordanschläge zählen zu den brutalsten Mitteln des modernen Krieges. Croitoru erklärt zum ersten Mal umfassend die geschichtlichen und kulturellen Hintergründe des Selbstmordattentats: von den Kamikaze-Einsätzen der Japaner bis zu den Attentätern von New York. Er zeigt, wie Terrororganisationen Menschen fanatisieren und ersetzt Legenden und Vermutungen durch historische Tatsachen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung

KAPITEL 1
Das Reich des Tenno im Griff der Militärs: Die Geburt des systematisierten Selbstmordangriffs
Zu Wasser, zu Luft und zu Land: Japans Kamikaze-Soldaten
Die moderne japanische Nation entsteht
Der Kaiser als Identifikationsfigur der Nation
Shinto, Kaiserkult und militärischer Patriotismus -
ein folgenschweres Bündnis
Kaisertreue Buddhisten werben für den Krieg
Die Militärs inszenieren das Bushido
Kamikaze im Geiste der Samurai: Kirschblüten und Stirnbänder
Des Kaisers Kinder: Nationale Erziehung und paramilitärische Ausbildung
Prügel und Gehorsam: Das Soldatendasein
Die Kamikaze-Piloten zwischen Freiwilligkeit und Todesbefehl
Die Motivation: Geistige Überlegenheit der militärisch Unterlegenen

KAPITEL 2
Bushido auf Germanisch

KAPITEL 3
Vom Selbstmordangriff zum Selbstmordattentat
Korea: Pflege der Tradition des Selbstmordangriffs
Nordkoreanische Expertenhilfe und japanische Selbstmordterroristen im Dienste der palästinensischen Revolution
Aus Ehrenrettung und Konkurrenz wird Programm:
Die Palästinenser institutionalisieren den Selbstmordanschlag
Der palästinensische Widerstand - Sammelbewegung der Zerstrittenen
Palästinensische Selbstmordattentate - zweite Welle und ein spektakuläres Finale
Der palästinensische Märtyrerkult - eine altneue Tradition
Kinderkrieger als Märtyrer-Kandidaten für die palästinensische Revolution: Die »Jungen Löwen«

KAPITEL 4
Der Libanon im Machtgerangel zwischen Syrien und Iran: Das Selbstmordattentat wird zum Kult
Neuauflage des Selbstmordattentats im radikalislamischen
Gewand: Die libanesisch-schiitische Hizbullah tritt auf den Plan
Syriens säkulare Helfer: Selbstmordattentäter als Fernsehstars
Die verhaßte Besatzung als Nährboden für Selbstaufopferer
Hizbullah: Selbstmordattentate wohl dosiert- 1988 bis 2000

KAPITEL 5
Bewährte Waffe erlebt neue Renaissance: Palästinenser entdecken das Selbstmordattentat wieder
Menschliche Bomben gegen den israelisch-palästinensischen Frieden
Der palästinensische Märtyrerkult erlebt eine neue Renaissance
Die Al-Aqsa-Intifada: Selbstmordattentäter als verzweifelte Rächer

KAPITEL 6
Das Selbstmordattentat findet international Verbreitung

Schluß
Anmerkungen
Weiterführende Literatur