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Der Existentialismus ist ein Humanismus und andere philosophische Essays 1943 - 1948 7. Aufl.
Der Existentialismus ist ein Humanismus
und andere philosophische Essays 1943 - 1948


7. Aufl.

Jean-Paul Sartre

Rowohlt
EAN: 9783499227134 (ISBN: 3-499-22713-4)
334 Seiten, paperback, 12 x 19cm, 2014

EUR 9,99
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Kaum ein Text Sartres trug so sehr zur Verbreitung seines Denkens bei wie "Der Existentialismus ist ein Humanismus", doch kaum einer war zugleich so vielen Mißverständnissen ausgesetzt. Er gehört zu den wenigen, von denen sich Sartre später distanzierte. Weiterhin enthalten: "Materialismus" und Revolution", der Sartres Gegensatz zum zeitgenössischen dogmatischen Marxismus bezeugt. Eine adäquate Zusammenfassung seines damaligen Denkens, wie es in «Das Sein und das Nichts» seinen systematischen Ausdruck gefunden hat, bietet Sartres Vortrag «Selbstbewußtsein und Selbsterkenntnis».
Rezension
In seinem berühmten philosophischen Essay "Der Existentialismus ist ein Humanismus" (hier S. 145-192) verteidigt Sartre den Existientialismus gegen eine Reihe von Vorwürfen: - er sein ein Quietismus (von Seiten der Kommunisten), - er sei nur am menschlich Schäbigen, Niederen interessiert (von Seiten des Katholizismus), - er sei egoistisch, unsolidarisch und unethisch (von Seiten des Christentums) etc. Sartre entgegnet all diesen Vorwürfen mit dem Satz "Der Existentialismus ist ein Humanismus" und begründet ihn entsprechend. - Jean-Paul Sartre [1905-1980], der Begründer des französischen Existenzialismus, gilt als einer der umstrittensten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt seines Denkens steht der Freiheitsbegriff. Die berühmte Formulierung »Der Mensch ist nichts anderes als das, wozu er sich macht«, wurde zu einem Grundsatz des Existenzialismus. Die Existenzphilosophie rückt die Existenz des Menschen ins Zentrum ihres Denkens; sie betont den grundlegenden Vorrang der Erhellung des eigentlichen Existierens vor allem spekulativen Idealismus. Existentialistisches Denken beansprucht, die konkrete Existenz des Menschen von jeder schematischen Abstraktion philosophischer Vernunft zu befreien.

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Themen: Literarische Essays; Phänomenologie und Existenzphilosophie

Jean-Paul Sartre
Geboren am 21.06.1905, wuchs er nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahre 1906 bis zur Wiederheirat seiner Mutter im Jahre 1917 bei seinen Großeltern Schweitzer in Paris auf. 1929, vor seiner Agrégation in Philosophie, lernte er seine Lebensgefährtin Simone de Beauvoir kennen, mit der er eine unkonventionelle Bindung einging, die für viele zu einem emanzipatorischen Vorbild wurde. 1931-1937 war er Gymnasiallehrer in Philosophie in Le Havre und Laon und 1937-1944 in Paris. 1933 Stipendiat des Institut Français in Berlin, wo er sich mit der Philosophie Husserls auseinandersetzte. Am 2.9. 1939 wurde er eingezogen und geriet 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft, aus der er 1941 mit gefälschten Entlassungspapieren entkam. Noch 1943 wurde unter deutscher Besatzung sein erstes Theaterstück «Die Fliegen» aufgeführt; im selben Jahr erschien sein philosophisches Hauptwerk «Das Sein und das Nichts». Unmittelbar nach dem Krieg wurde Sartres Philosophie unter dem journalistischen Schlagwort «Existenzialismus»zu einem modischen Bezugspunkt der Revolte gegen bürgerliche Lebensformen. 1964 lehnte er die Annahme des Nobelpreises ab. Zahlreiche Reisen führten ihn in die USA, die UdSSR, nach China, Haiti, Kuba, Brasilien, Nordafrika, Schwarzafrika, Israel, Japan und in fast alle Länder Europas. Er traf sich mit Roosevelt, Chruschtschow, Mao Tse-tung, Castro, Che Guevara, Tito, Kubitschek, Nasser, Eschkol. Sartre starb am 15.4.1980 in Paris. Auszeichnungen: Prix du Roman populiste für «Le mur» (1940); Nobelpreis für Literatur (1964, abgelehnt); Ehrendoktor der Universität Jerusalem (1976).
Inhaltsverzeichnis
Ein neuer Mystiker 9
Hin und zurück 55
Zum Existentialismus — Eine Klarstellung 113
Die cartesianische Freiheit 122
Der Existentialismus ist ein Humanismus 145
Materialismus und Revolution 193
Selbstbewußtsein und Selbsterkenntnis 267
Quellennachweis 327
Bibliographie 329
Personenregister 331