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Der Brief des Jakobus Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament, Band 14
Der Brief des Jakobus
Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament, Band 14




Rainer Metzner

Evangelische Verlagsanstalt
EAN: 9783374049813 (ISBN: 3-374-04981-8)
368 Seiten, hardcover, 17 x 23cm, 2017

EUR 54,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Lange Zeit wurde der Jakobusbrief an Paulus gemessen. Das verstellte den Blick auf sein eigenes Profil. Die Forschung etwa der letzten drei Jahrzehnte hat die »stroherne Epistel«, die so spröde nicht ist, wie es das Urteil Martin Luthers nahelegt, rehabilitiert. Ein in der kirchlichen Tradition sonst unbekannter Jakobus schreibt einen paränetischen Brief, in welchem er christliche Gemeinden seiner Umwelt unterweist, den ihnen im Glauben gewiesenen Weg in Bindung an das »Wort der Wahrheit« und in Abgrenzung von der gottfeindlichen »Welt« fortzuschreiten.

Leidenschaftlich plädiert Jakobus für ein im Glauben und Tun gleichermaßen bestimmtes Leben, das sich von der Weisheit Gottes lenken lässt. Er zeichnet ein praktisches Christentum mit klarem Sozialethos, ohne jedoch theologische Kompetenz vermissen zu lassen. Der Brief hat wenig Zeit- und Lokalkolorit, doch sprechen verschiedene Indizien für eine Entstehung in Rom nicht vor Beginn des 2. Jahrhunderts. Auch wenn er nur zögerlich in den Kanon gelangte, bleibt er ein wichtiges Zeugnis biblischer Tradition, die Rainer Metzner kompetent und anschaulich darstellt und kommentiert.

Rainer Metzner, Dr. habil., Jahrgang 1964, ist Pfarrer in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und lehrt Neues Testament an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ab 2000 arbeitete er als Privatdozent in Berlin sowie als Vertretungsprofessor in Leipzig und München. Die Schwerpunkte seiner Forschungsarbeit liegen im Bereich der Evangelien, der Katholischen Briefe und der biblischen Prosopographie.
Rezension
Mit dem Widerspruch gegen die paulinische Rechtfertigungstheologie (Jak 2,14-26) bildet der Jakobusbrief nicht nur einen Gegenpol im Neuen Testament, sondern wurde bekanntlich auch von Martin Luther mit dem Verdikt der „strohernen Epistel“ belegt, die keine rechte evangelische Art habe. Dieser seit der Reformationszeit die Auslegungsgeschichte prägenden Interpretation des Jakobusbriefs widerspricht diese aktuelle Kommentierung und sucht dem Jakobusbrief sein eigenes Gewicht und Recht jenseits des Maßstabs Paulus zurückzugeben. Der Jakobusbrief versteht die Heilsbotschaft Jesu Christi als Wort der Wahrheit, durch das Gott im Taufgeschehen die Leser zu seinen Kindern und zu neuen Geschöpfen gemacht hat. Als solche sollen sie nach dem vollkommenen Glauben streben, der zu Taten der Liebe drängt. Diese sind auch Früchte der Weisheit, die von oben kommt. - Der 1928 gegründete "Theologische Handkommentar zum Neuen Testament" (ThHK) ist auch zu DDR-Zeiten kontinuierlich weitergeführt worden und stellte dort die bedeutendste Bibelkommentar-Reihe dar. Seit der deutschen Wiedervereinigung erscheint er in neuem Glanze und mit kontinuierlichen Neubearbeitungen wie der hier anzuzeigenden zum Jakobusbrief.

Thomas Bernhard für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament
Herausgegeben von Jens Herzer und Udo Schnelle
Der Theologische Handkommentar zum Neuen Testament [ThHK] wurde 1928 gegründet und erscheint seit den 1950er Jahren in fortlaufender Neubearbeitung. Diese Kommentarreihe arbeitet vor allem Textaussage und Textzusammenhang heraus und bildet damit die Grundlage für eine exegetisch-theologisch verantwortete Predigt und Verkündigung. Ihre übersichtliche und kompakte Anlage empfiehlt sie nicht nur für Lehre und Forschung, sondern ganz besonders für Studium und kirchliche Praxis.
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungen VIII
Literatur XIV

Einleitung 1

§ 1 Der Verfasser 3

1. Ein bekannter Jakobus? 3
2. Ein pseudepigraphisches Herrenbruderschreiben? 5
3. Ein unbekannter Jakobus 8
4. Ein orthonymes Schreiben 10
5. Der Lehrer Jakobus 11

§ 2 Die Adressaten 13

§ 3 Zeit und Ort der Abfassung 16

1. Jak und die frühchristlichen Schriften des 2. Jh.s 18
1.1. Jak und der Hirt des Hermas 18
1.2. Jak und die übrigen Schriften 21
2. Jak im Kreis orthonymer Schreiben des 2. Jh.s 22
3. Der Ort der Entstehung 23

§ 4 Literarische Gattung und Aufbau 25

1. Literarische Gattung 25
2. Aufbau 30

§ 5 Literarische Beziehungen 32

§ 6 Theologische Prägung 42

§ 7 Text- und Kanonsgeschichte 46

Auslegung 51

Überschrift: Brief des Jakobus 51

I. Präskript 1,1 51

II. Brieferöffnung 1,2-18 56

Exkurs: Die Tradition von Jak 1,2-4a 62
Exkurs: Armut und Reichtum im Jakobusbrief 72
Exkurs: Die Klimax Begierde, Sünde und Tod 81

III. Hören, Reden und Tun 1,19-27 89

Exkurs: Das vollkommene Gesetz der Freiheit 101

IV. Kein Ansehen der Person 2,1-13 109

V. Glaube ohne Taten ist tot 2,14-26 137

Exkurs: Alternative Deutungen von 2,18 148
Exkurs: Jakobus und Paulus 163

VI. Beim Reden nicht fehlgehen 3,1-12 167

Exkurs: Die Lehrer 170

VII. Eifer und Eigennutz sind irdische Weisheit 3,13-18 195

Exkurs: Weisheit im Jakobusbrief 198

VIII. Kriege und Kämpfe sind Feindschaft mit Gott 4,1-12 212

Exkurs: Die Tradition von Jak 4,6-10 229

IX. Von Großhändlern und Grundbesitzern 4,13-5,6 242

Exkurs: Die Adressaten von 4,13-5,6 271

X. Briefschluss 5,7-20 275

Exkurs: Jak 5,12 und Mt 5,33-37 294

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