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Cursus Continuus  2 Ausgabe B, Texte, Übungen, Begleitgrammatik Verfasst von dem Autorenteam   Dieter Belde, Gerhard Fink, Andreas Fritsch, Hartmut Grosser, Rudolf Hotz, Hubertus Kudla, Friedrich Maier, Wolfgang Matheus, Andreas Müller, Peter Petersen, Hans Dietrich Unger und Andrea Wilhelm
Cursus Continuus 2
Ausgabe B, Texte, Übungen, Begleitgrammatik


Verfasst von dem Autorenteam

Dieter Belde, Gerhard Fink, Andreas Fritsch, Hartmut Grosser, Rudolf Hotz, Hubertus Kudla, Friedrich Maier, Wolfgang Matheus, Andreas Müller, Peter Petersen, Hans Dietrich Unger und Andrea Wilhelm



Gerhard Fink, Friedrich Maier (Hrsg.)

CCBuchner
EAN: 9783766153326 (ISBN: 3-7661-5332-3)
256 Seiten, hardcover, 19 x 25cm, 1998, 1. Auflage 1998

EUR 26,80
alle Angaben ohne Gewähr

Rezension
Dieses Buch ist der zweite Band des dreiteiligen Lateinlehrwerks Cursus Continuus, Ausgabe B und steht in der Tradition der Cursus Lehrwerke, die seit Anfang der Siebziger-Jahre im Gebrauch sind, wobei sich natürlich zu den früheren Ausgaben (Cursus Latinus, Cursus Novus,) erhebliche Veränderungen ergeben und Weiterentwicklungen stattgefunden haben, was unter anderem an den neu geschriebenen Lektionstexten zu erkennen ist. Das Lehrwerk Cursus Continuus ist als völlige Neuentwicklung seit 1995 (Ausgabe A) auf dem Buchmarkt .

Wie die 60 Lektionen des gesamten Lehrwerks (Teil 1 – 3) zeichnen sich auch die 20 Lektionen des zweiten Bandes durch einen typischen Vier-Seiten-Aufbau aus, wobei auf der ersten Seite der Hauptlektionstext (L) geboten wird, der die neuen grammatikalischen Strukturen und Vokabeln enthält. Die didaktisch geschickte Aufteilung des Textes in zwei Teile ermöglicht auf der einen Seite eine Konzentration auf weniger Grammatik und Vokabeln, auf der anderen Seite bleibt ein größerer Sinnkontext erhalten. Der Cursus-Tradition entsprechend handelt es sich dabei um sinnvolle und zusammenhängende Texte, die es dem Schüler ermöglichen die neuen sprachlichen Phänomene in Gesamtkontexte einzuordnen. Zusammenhangslose Einzelsätze werden bewusst vermieden. Das Niveau der Texte ist für die achte Klasse (Band 2) für Latein als zweite Fremdsprache ab der siebten Klasse angemessen, wobei der Schwierigkeitsgrad einiger Konstruktionen und Textstellen nicht unterschätzt werden sollte. Im Verlauf des gesamten Lehrwerkes kommt der Schüler „in Kontakt“ mit zahlreichen historischen Persönlichkeiten und Autoren wie z.B. unter anderem mit Augustus, Caesar, Cato, Scipio usw. und erhält einen guten Einblick in die römische Geisteswelt. Am Anschluss des Lektionstextes befinden sich Aufgaben zum Textverständnis, die zum Reflektieren über das Gelesene einladen, so wie es in den modernen Fremdsprachen ohnehin selbstverständlich ist. Der Anschließende V-Text dient zur Vertiefung und Wiederholung der gelernten Vokabeln und Strukturen, führt selbst aber keinen neuen Stoff mehr ein. Sie eignen sich somit gut zur Hausaufgabe und Wiederholungen. Auf der zweiten Seite einer jeden Lektion befindet sich ein Bild, Zeichnung oder Photographie, sowie ein erläuternder Text, die im engen Zusammenhang mit dem Lektionstext stehen. Sie dienen als Hintergrundinformation, die den Schüler in die Zusammenhänge einführen, einen Eindruck von der Situation gewinnen lassen sowie erste Fragen beantworten aber auch zum weiteren Erarbeiten des Themas anregen. Die einschlägigen lateinischen Zitate unter den Informationstexten machen den Schüler mit formelhaften antiken Weisheiten und Lebensprinzipien vertraut, bedürfen aber wohl in einigen Fällen weitere Erläuterungen durch den Lehrer.

Auf der dritten Lektionsseite finden sich zahlreiche und abwechslungsreiche Übungen, die zur Sicherung des Stoffes dienen. Das Angebot ist dabei so reichhaltig, dass der Lehrer eine Auswahl treffen kann und muss. Zwei kurze Einführungstexte (E1 und E2) ermöglichen einen ersten Einstieg in die neuen Strukturen entsprechend der Zweiteilung der Lektionstexte, wobei nur das Vokabular bis zur vorherigen Lektion verwendet wird, außer dort, wo der neue Stoff direkt an neue Vokabeln gebunden ist, wie z.B. bei den Pronomen. Die Schüler können sich somit direkt auf die neuen Strukturen konzentrieren und werden nicht durch neue Vokabeln zusätzlich belastet. Hierdurch wird eine deutliche Vorentlastung der Lektionstexte erreicht. Auf der vierten Lektionsseite befinden sich zahlreiche Knobelaufgaben, die ebenfalls zur Festigung dienen, wobei die Autoren darauf geachtet haben, dass der Unterhaltungswert nicht zu kurz kommt. Latein muss eben nicht nur etwas mit „Pauken“ zu tun haben. Zu den Aufgabentypen gehören Fremdwortaufgaben, Wortsalat, Bildergeschichten usw. Einen besonderen didaktischen Schwerpunkt des Lehrwerkes bilden die 13 „Repetitio Generalis“ (davon vier in Band zwei), die noch einmal den Stoff der letzten vier Lektionen wiederholen und außerdem einen Einführungskurs in das systematische Übersetzen bieten. Der Schüler erhält somit die Möglichkeit Gelerntes zu festigen aber auch anzuwenden, was die Erfolgsmotivation fördert aber auch dem Eindruck entgegenwirkt im Fach Latein einfach nur „vollgestopft“ zu werden, nur um es dann später nicht mehr zu benötigen.

Im Vergleich zu seinen Vorgängerwerken hat der Cursus Continuus einige Veränderungen erfahren, besonders was die Anordnung und den Umfang des Stoffes betrifft. So wurde das Lernvokabular auf 1700 Wörter (B1=700, B2=600, B3=400) reduziert und liegt somit nur ein wenig unter den bisher empfohlenen 1800 bis 2200 Wörtern. Die Darbietung des Stoffes ist strukturiert und schlüssig, wobei auch hier im Vergleich zu früheren Werken einige Kürzungen in Kauf genommen werden mussten. Die Begleitgrammatik ist im Buch integriert und zeichnet sich durch klare und übersichtliche Darstellung der Inhalte aus. Wo möglich wurden einheitliche Bildungselemente hervorgehoben, wie z.B. bei der Tempusbildung (Tempuszeichen, Bindevokal, Personalendung). Hierdurch wird der Eindruck von Stofffülle vermieden. Der Schüler erkennt die Prinzipien und kann sie auf zentrale Elemente zurückführen, statt sie bei jedem Wort neu zu lernen. „Die Lehre vom Satz orientiert sich am Modell der funktionalen Syntax; alle Erscheinungen werden als Füllungsarten jeweils einer der fünf Satzpositionen (Subjekt, Prädikat, Objekt, Adverbiale und Attribut) erklärt“ (LHB) und anhand des graphischen Satzmodells verdeutlicht. Die zahlreichen Erscheinungen des lateinischen Satzes lassen sich somit leicht erfassen und in ein sinnvolles Gesamtsystem integrieren. Ein Lektionsvokabular, entsprechend der Lektionstexte zweigeteilt, ein alphabetisches Lateinisch – Deutsches Vokabular sowie ein Namensverzeichnis mit kurzen Angaben zur Person runden das Schülerbuch ab. Ergänzend ist eine Systemgrammatik erschienen, die auch den Stoff enthält, der über das Schülerbuch hinausgeht. Zusätzlich sind Arbeitshefte (mit Lösungsteil) zur selbständigen Arbeit sowie Lehrerhandbücher erschienen. Positiv hervorzuheben ist die auch optisch ansprechende Gestaltung des Buches.

Fazit: Ansprechendes Lehrwerk für einen motivierenden und anspruchsvollen Lateinunterricht, bei dem dem Team aus Autoren und Herausgeber der schwierige Balanceakt zwischen dem Wünschenswerten und dem Machbaren geglückt ist.

Björn Hillen, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Lektion
Formenlehre
Satzlehre und Stilistik

1 Kein Wasser für die Göttin; i: Latona, Diana Apollo 8
(1) Verb: Partizip Präsens Aktiv – Partizip Perfekt Passiv: Wiederholung
(1) Particioium coniunctum – Wiederholung; (2) Accusativus cum Participio (AcP)

2 Ein Frevler wider Willen: Ödipus; i: Ödipus 12
(1) Ablativus absolutus der Gleichzeitigkeit; (2) Ablativus absolutus der Vorzeitigkeit

3 Antigone; i: Theater 16
(1) Ablativus absolutus: Nominale Wendungen; (2) Participium coniunctum – Ablativus absolutus: Zusammenfassung

4 Gehorsam über alles?; i: Götter und Helden der Römer 20
(1) Nomen: u-Deklination
(2) Dativ des Zwecks

1 – 4 REPITITIO GERNERALIS 24

5 Ein Anwalt der Enterbten; i: Tiberius Sempronius Gracchus 28
(1) Verb: Konjunktiv Präsens Aktiv und Passiv
(1) Konjunktiv Präsens: Verwendung im Gliedsatz (2) Besonderheiten bei cum und ne

6 Denk auch an mich!; i: Frauen in Rom 32
(1) Konjunktiv Präsens: Verwendung im Hauptsatz: Aufforderungssatz; (2) Konjunktiv Präsens: Verwendung im Hauptsatz: Aussagesatz; Fragesatz

7 Cäsar und sein Glück; i: Alea iacta est. 36
(1) Verb: Konjunktiv Perfekt Aktiv und Passiv
(1) Konjunktiv Perfekt: Verwendung im Gliedsatz; Zeitverhältnisse; (2) Konjunktiv Perfekt: Verwendung im Hauptsatz: Verbot

8 Tapferer Junge!; i: Cato 40
(1) Verb: Konjunktiv Imperfekt Aktiv und Passiv; (2) Verb: Konjunktiv Plusquamperfekt Aktiv und Passiv
(1) Konjunktiv Imperfekt: Verwendung im Gliedsatz; Irrealis; (2) Konjunktiv Plusquamperfekt: Verwendung im Gliedsatz; Irrealis;

5 – 8 REPITITIO GERNERALIS 44

9 Komm mit zum Frühlingsfest, i: Feiertage 48
(1) Nomen: e-Deklination; Verb: novisse, meminisse, odisse; (2) Verb ire

10 Iden des März; i: Republik und Diktatur 52
(1) Verb: Komposita von ire; Indefinit-Pronomen: quidam, quaedam, quodddam; (2)Verb: Komposita von esse
(1) Innerliche Abhängigkeit; Verwendung der Reflexiv-Pronomina

11 Das Schwert des Damokles; i: Tyrann und Gelehrter 56
(1) Demonstrativ-Pronomen: idem eadem idem
(1) Genitiv und Ablativ zur Angabe von Eigenschaften; (2) Genitiv und Ablativ zur Angabe von Preis und Wert

12 Lob der Demokratie; i: Demokratie 60
(1) Indefinit-Pronomen: aliquid/quis – aliqui/ qui; quisquam/ quicquam – ullus, -a, -um
(2) Adverbialsätze: kausale Gliedsätze

9 – 12 REPITITIO GERNERALIS 64

13 Was für ein Held!; i: Die Komödie 68
(1) Verb: velle, nolle, malle
(2) Nominativ mit Infinitiv (NcI);

14 “Gerechtigkeit ist Dummheit!“; i: Griechen und Römer 72
(2) Verallgemeinerndes Relativ-Pronomen: Quicumque; quisquis
(1) Adverbialsätze: temporale Gliedsätze

15 Scipio vor Gericht; i: Scipio Africanus – Triumph und Verhängnis 76
(1) Akkusativ mit Infinitiv (AcI): Wiederholung/Ergänzung; (2) Dativ: Zusammenfassung

16 Hannibal ad portas!; i: Karthago 80
(1) Numeralia: Grund- und Ordnungszahlen
(1) Genitiv der Zugehörigkeit; (2) Genitiv der Teilung; Genitiv: Zusammenfassung

13 – 16 REPITITIO GERNERALIS 84

17 Der Schwur, i: Hannibal 88
(1) Verb: Partizip Futur; (2) Verb: Infinitiv Futur
(1) Partizip Futur: Verwendung als Adverbiale (Participium coniunctum); (2) Partizip Futur: Verwendung als Prädikatsnomen; Zeitverhältnisse im AcI: Zusammenfassung

18 Ceterum censeo; i: Weltmacht Rom 92
(1) Ablativ des Vergleichs; (2) Ablativ: Zusammenfassung; Steigerung: Ergänzung

19 Flucht aus Rom; i: Fremde in Rom 96
Konjunktiv: Zusammenfassung

20 Ein Römer in Attika; i: Griechisch-römische Zivilisation 100
Participium coniunctum – Ablativus absolutus: Zusammenfassung

Begleitgrammatik 104
Hinweise zur Benutzung 105
Lektion 1 – 20 107
Gesamtübersicht der syntaktischen Funktionen und Füllungsarten 165

Anhang 166
Lautlehre 167
Wortbildungslehre 170
Tabellen 172
Stammformen 182
Sachverzeichnis 197

Wortschatz 201
Eigennamenverzeichnis 222
Lateinisch-deutsches Vokabelverzeichnis 233
Zeittafel 254