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Basiswissen Pädagogik - Historische Pädagogik Band 1-6
Basiswissen Pädagogik - Historische Pädagogik Band 1-6




Christine Lost, Christian Ritzi (Hrsg.)

Reihe: Basiswissen Pädagogik Historische Pädaogik


Schneider Verlag Hohengehren
EAN: 9783896765413 (ISBN: 3-89676-541-8)
1500 Seiten, kartoniert, 12 x 19cm, Juli, 2002

EUR 75,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
1)

Jean-Jacques Rousseau (28.6.1712 - 2.7.1778)

Seine Kultur- und Gesellschaftskritik verblüffte die Fortschrittsfetischisten unter den Aufklärern und initiierte die Dialektik der Aufklärung. Seine Staatsphilosophie entlarvte das Ancien Regime und hält das Thema der politischen Freiheit durch gerechte Herrschaft in beständiger Aktualität.

Seine Pädagogik impliziert bis heute eine einzigartige Technologieüberbietung aller pädagogischen Professionen und behauptet gerade dadurch ihre höchste Professionalität.



2)

Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827)

steht mit einem bewegten Leben am Übergang zur Moderne und hat mit seinem schriftstellerischen Werk und seinen Erziehungsprojekten pädagogisches Denken und reale pädagogische Entwicklung entscheidend mit vorangetrieben. Die wirkungsgeschichtliche Forschung konnte zwar mit anschaulichen Dokumenten nachweisen, dass Pestalozzi im Verlauf seiner Rezeption phasenweise ins Mythische überhöht und zur Begründung der Vorstellungen seiner Rezipienten instrumentalisiert wurde, aber das in über 50 Bänden zugängliche Gesamtwerk dokumentiert seinen Beitrag für die Entwicklung des pädagogischen Denkens. Allerdings erschwert diese Werkfülle und das Nebeneinander von Wichtigem und Beiläufigem in oft sperrig zu lesenden Texten auch deren Interpretation und Analyse.



3)

Der Name von Johann Stuve (1752-1793) ist heute in der Erziehungsgeschichte fast vergessen. Trotzdem war Stuve einer der erfahrensten Schulreformer und Schriftsteller der philanthropischen Erziehungsbewegung. Während seiner zwanzigjährigen Unterrichtspraxis hat er die alte Lateinschule von Neuruppin (Brandenburg-Preussen) modellbildend reorganisiert. Danach hat er gemeinsam mit Joachim Heinrich Campe und Ernst Christian Trapp im Braunschweigischen Schuldirektorium das theoretische Fundament und die Planungsvorlagen für den bildungsgeschichtlich ersten modernen Reformversuch des niederen und höheren Schulwesens geliefert.



4)

Johann Friedrich Herbart (1776-1842) ist nach seinem Ableben und dem Abschluß seiner theoretischen, pragmatischen und praktischen Arbeiten zu einem wissenschaftlich unumgehbaren Repräsentanten der Disziplinen Pädagogik und Didaktik avanciert. Die Fülle und Qualität seiner Reflexionen, die Strategien und Ergebnisse seiner Denkbewegungen und Erziehungsperspektiven, seine subtile Problemsensibilität und die Breite und Tiefe seiner zeitgeschichtlichen Orientiertheit sind auffallend oft als Parameter dafür genommen worden, Themenfeld und Strukturgebung von Pädagogik und Didaktik in Zuspruch und Widerspruch zu ermessen.

Die von Herbart gegebenen innovativen und promovierenden Impulse - von der historisch-systematisch ausgerichteten Fachwelt als zeitüberdauernd diskussionswürdig angesehen - können bei kritischer Revitalisierung durchaus auch Gegenwartsbedeutung für Lehramtsstudierende in Gestalt möglicher Addita, Alternativen und/oder Korrektive beanspruchen.



5)

Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782-1852),Thüringer Pädagoge, Autodidakt, Naturwissenschaftler, Mitarbeiter Pestalozzis; Begründer einer genuinen Erziehungsphilosophie (sphärische Erziehung), die er zunächst in seiner Privatschule in Keilhau (Thüringen), später in Erziehungsanstalten in der Schweiz praktizierte; Schöpfer von Spielmaterialien (Gaben und Beschäftigungen) und der Spielpädagogik des weltweit verbreiteten Kindergartens.



6)

Friedrich Adolph Wilhelm Diesterweg (1790-1866),1820 bis zur Amtsenthebung 1847 Seminardirektor, Publizist und Herausgeber, Inspirator und Begründer von Lehrervereinen, als Liberaler 1858 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses, Verfasser von Schulbüchern, von thematisch weitgreifenden Schriften und Aufsätzen zur Erziehung und zum Bildungswesen, insbesondere auch zur allgemeinen Didaktik und zu der der einzelnen Schulfächer; eine Schlüsselfigur der Pädagogik in Deutschland im 19. Jahrhundert.

Diesterweg entwickelte eine lebendige, vielseitig aufgeschlossene Pädagogik voller Anregungskraft. Diese Pädagogik schließt Erkenntnisse, Erfahrungen und Positionen ein, die zum Verständnis von Erziehung, Lehrerbildung, Unterricht und Schulwesen über seine Zeit hinaus bedeutsam geblieben sind. Mit ihr eröffnete sich dem heutigen Leser zugleich ein wichtiges Wegstück der Real- und Problemgeschichte der Erziehung in Deutschland.
Rezension
Wieder einmal hat der Schneider Verlag Hohengehren eine Bücherreihe "Basiswissen Pädagogik" herausgegeben. Diesmal befassen sich alle 6 Bände mit Klassikern unter den Pädagogen. Neben dem Leben der sechs Pädagogen werden auch ihre Theorien und pädagogischen Meinungen vorgestellt.
Die Reihe eignet sich sehr gut für jeden Studenten der Pädagogik, da im Hauptstudium die Kenntnis klassischer Pädagogen Vorraussetzung für das Diplom ist.

Lussnig, Lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Band 1: Jean-Jacques Rousseau

Band 2: Johann Heinrich Pestalozzi

Band 3: Johann Stuve

Band 4: Johann Friedrich Herbart

Band 5: Friedrich Wilhelm August Fröbel

Band 6: Friedrich Adolph Wilhelm Diesterweg