» Zur gesamten Fächerübersicht auf lehrerbibliothek.de
BRU

Übersicht

Impressum

2017

BRU 67/17
Zugänge eröffnen

 

2016

BRU 66/16
Die SEELE der Schule

 
BRU 65/16
Let´s talk about SEX

 

2015

BRU 64/15
Religion und Gewalt

 
BRU 63/15
Berufung oder Job?

 

2014

BRU 62/14
Auf der FLUCHT

 
BRU 61/14
REALdigital

 
BRU 60/14
MACHBAR. Amen

 

2013

BRU 59/13
die GRETCHENfrage

 
BRU 58/13
RECHT und BILLIG!?

 

2012

BRU 57/12
MISCHEN (IM)POSSIBLE

 
BRU 56/12
BIS HIERHER
... UND NOCH WEITER?

 

2011

BRU 55/11
>>GEHT NICHT<<
GIBT'S NICHT

 
BRU 54/11
Abefahren?

 

2010

BRU 53/10
BASICS des Christentums

 
BRU 52/10
Zum ökumenischen Kirchentag: ein Heft

 

2009

BRU 51/09
richtich
wichtich

 
BRU 50/09
Zahltag

 
BRU 49/09
Beute machen

 
BRU 48/09
Sünde

 

2008

BRU 47/08
Einen Oscar für: GOTT

 

2007

BRU 46/07
Irrgarten oder Labyrinth?
Kompetenzorientierung im Religionsunterricht

 
BRU 45/07
Thema: Ehre

 

2006

BRU 44/06
Thema: Medien

 

2005

BRU 43/05
Thema: Todsicher

 
BRU 42/05
Lernlust

 

2004

BRU 41/04
Thema: Schmerz

 
BRU 40/04
Thema: Wurzeln und Flügel

 

2003

BRU 39/03
Thema "Konsum": Born to shop?

 
BRU 38/03
Macht - Ohnmacht

 

2002

BRU 37/02
Schön hässlich

 
BRU 36/02
Essen und Trinken

 

2001

BRU 35/01
Feste feiern

 
BRU 34/01
Auferstehung

 

2000

BRU 33/00
Zärtlichkeit

 
BRU 32/00
Lachen

 

1999

BRU 31/99
Regieanweisungen für Aufbruchwillige

 
BRU 30/99
Geld

 
BRU 41/2004 - Thema: Schmerz

BRU 41/2004
Magazin für den Religionsunterricht an Berufsbildenden Schulen

Thema: Schmerz

Leid-Light



 
Gesellschaft für Religionspädagogik e.V. Villigst
ISSN 0178-3203

2004
44 Seiten, geheftet, 21 x 30 cm
 
8.00 Euro
 

Bestellen per eMail
Schmerzen - Lust und Last
"Was machst du denn da - bist du verrückt?", fragt Tünnes den Schäl, "haust dir immer wieder mit dem Hammer auf deinen Daumen - das tut doch weh!" "Furchtbar weh", antwortet der Schäl, "aber es tut so gut, wenn der Schmerz weggeht."
Schmerzen, die mit anschließendem Lustgewinn verbunden sind, kennen viele Jugendliche: Die schmerzhaften Ausdauerübungen beim Bodybuilding versprechen Hebung des Selbstwertgefühls und Bewunderung bei Mann und Frau. Einen Marathonlauf durchzustehen und den inneren Schweinehund zu überwinden, bringt Glücksgefühle schon während des Laufens. Dies mag noch "normal" sein, aber die Grenzen sind fließend.
"Als meine Freundin mich verlassen hat, habe ich mich im Bad eingeschlossen und habe mich mit einer Nagelschere aufgeschnitten und der Schmerz tat so gut. Seitdem habe ich immer meine Ra-
sierklinge dabei. Sie ist so etwas wie mein Freund, der in dem Moment, in dem ich mich ritze, die Welt in Ordnung macht. Und danach weine ich meistens, aber nicht, weil es weh tut, sondern weil ich mich dadurch auch nicht besser fühle und mich frage, warum mache ich das eigentlich?" (aus dem Internet) Hunderttausende sollen sich so Schmerzlust bereiten. Lustschmerz als Sucht ist weit verbreitet (Internetmagazin Provo). Sie beginnt oft mit dem inneren Antreiber "Nur wenn du dich anstrengst, dann bist du o.k.", der oft in den harten Leistungsforderungen der Eltern seinen Ursprung hat. Sich selbst die Schuld zu geben und zu quälen scheint der einzige Ausweg.
Wenn dann noch "schmerzhafte Einschnitte ins soziale Netz" propagiert werden, dann ist eine sadomasochistische Grundstimmung erzeugt worden, bei der die Gewinner ohne Gewissensbisse ("das ist unvermeidlich mit der
Globalisierung") andere mit Arbeitsplatzstreichung oder -Verlagerung und Lohnkürzungen quälen dürfen. Die Verlierer aber sollen sich selbst anklagen und die Schmerzen von Arbeitslosigkeit und Armut sich selbst zuschreiben (zu anspruchsvoll, zu faul oder zu schlecht ausgebildet). Dazu passen dann Mel Gibsons Schmerzensorgie und die Metzeleien in den Folterkellern und im Straßenkampf im Irak: Ohne Schmerzen keine "Befreiung". Opfer müssen sein. Nur: Wem nützt das alles wirklich? Wer profitiert davon? Und: Ist das Opfer als Grundmuster von Herrschaft und Unterdrückung nicht ein für allemal abgeschafft — am Kreuz? "Wenn du morgens aufwachst und es tut dir nichts weh - dann bist du tot", sagt der 55-jährige Kollege. Schmerzen sind für viele - nicht nur für Ältere - normal: Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Rückenbeschwerden oder andere chronische Schmerzen. Schmerztabletten sind die am meisten verkauften Medikamente. Schmerzfreiheit ist zunehmend wichtiger geworden. Spezielle Schmerzkliniken sind überlaufen. Schmerztherapeuten werden gesucht. Wo Schmerzen zu dauerhaftem Leiden werden, da ist unsere Ohnmacht besonders zu spüren. Der Wunsch nach einem "schönen Tod" - gemeint ist ja ein angenehmes, schmerz- und leidfreies Sterben — ist nur zu verständlich. Aushalten und Einwilligen und sich mit der Ewigkeit Gottes begnügen gelingt uns nur selten und jedem anders. Mit Schmerzen leben und sterben - das ist sicher ein lohnendes Thema für den BRU: weil es uns ins Menschliche und in seine Tiefen führt - gemeinsam.

Dietrich Horstmann

Inhaltsverzeichnis

Inhalt
Schmerzen — Lust und Last
Dietrich Horstmann 2
Liebe deine Schmerzen
wie dich selbst! Ein Gespräch mit
Klaus Dörner 4

"... und jeder wird den Sack anziehen."
Ein biblisches Streiflicht
Bernd Abesser 9

Namibia - unser Land hat Aids
Eine Unterrichtseinheit für den RU an Berufsschulen und -kollegs sowie für Sek. I und II
Volker Hassenpflug / Martin Autschbach 11

Schmerzen
Fragebogen zum Einstieg in das Thema (Kopiervorlage) 20

Erfahrungen mit Schmerzen (Kopiervorlage) 21

Ursachen und Wirkung von Schmerzen (Kopiervorlage) 22

"Endlich keine Schmerzen mehr!"
Elemente einer Unterrichtsreihe zur Sterbehilfe
Folke Keden-Obrikat 24

Wie stirbt man richtig? 31
Das Jahr der Schmerzlosigkeit - 2050 (Kopiervorlage) 33

Alles geritzt?
Jugendliche verstümmeln sich selbst
Antje Homm / Hubert Ostendorf 34

Verbesserung des Individuums über Deformation? 34

Zum Kreuzigungsbild von Lovis Corinth
Annette Schäfer-Roth 37

Folter als Rechtsmittel? 37

Quäl Dich, Du Sau!
Leistungsbereit sein, heißt, für den Schmerz bereit sein. 38


Forum

Hamburg hat ein neues Lehrerarbeitszeitmodell
Birgit Kuhlmann / Matthias Kupfernagel 40


Rezensionen

J. Klute, H. Sohlender, S. Sinagowitz:
"Gute Arbeit/Good Work"
Evelyn Schneider 41

M. Autschbach, I. Sonnentag:
"... Kein Wald mit Buchen"
Karl-Theo Siebel 42


Weitere Materialien http://www.brumagazin.de/hefte.htm