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BRU 30/1999
Magazin für den Religionsunterricht an Berufsbildenden Schulen

Geld

Illusion und Wirklichkeit



 
Gesellschaft für Religionspädagogik e.V. Villigst
ISSN 0178-3203

1999
44 Seiten, geheftet, 21 x 30 cm
 
7.67 Euro
 

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Der Wettlauf zwischen Hase und Igel

Mächtige haben immer Wert darauf gelegt, daß ihr besonderer Status für alle anderen Menschen deutlich erkennbar ist und dokumentiert wird.
Macht muß verkörpert werden. Herrschaft erzwingt Repräsentation. An der Machtvollkommenheit der Herrschenden darf niemand zweifeln dürfen. Also wird die Reputation auch äußerlich sichtbar gemacht, durch Lebensstil, Kleidung, Preziosen, ritualisiertes Verhalten usw.
Die Geschichte der Macht könnte aber auch als eine Geschichte der Völlerei geschrieben werden. Das Gewicht der beherrschten Welt zeigte sich demonstrativ in den Umfängen von Herrscherwänsten.
Imposantes Fressen und ein allein den eigenen Interessen verpflichtetes Auftreten konnten/durften sich allerdings nur die Potentaten leisten.
Für das Volk galten rigide Konsumbeschränkungen. Versuche, bestehende Sozialschranken durch Übernahme des Verhaltens und der Kleidung von Herrschenden aufzulösen, wurden steng bestraft. Der Gebrauch von Luxusgütern wurde zum Verbrechen erklärt. Sehr detaillierte Konsumbesehränkungen finden sich z.B. heute noch im Zusammenhang des indischen Kastenwesens.
In unserer gegenwärtigen Lebensrealität, wo die Reichen - als die Mächtigen - ihren Wohlstand allgemeinen Konsumsteigerungen verdanken, ist das allerdings anders. Macht konstituiert und bestätigt sich nicht mehr dadurch, daß Untertanen daran gehindert werden, wie die Potentaten zu leben, sondern umgekehrt, indem sie geradezu aufgefordert werden, deren aufwendige und luxuriöse Lebenspraxis nachzuahmen und "demonstrativ zu konsumieren" (Veblen, Thorstein: Theory of the Leisure Class, 1934).
Alles muß käuflich sein.
Ein Fernseh-Spot der Firma Telekom zeigt so zwar den Jet-Set wütend bekümmert darüber, daß neue Tarif-Senkungen das Telefonieren per Handy auch der Plebs ermöglichen; die Botschaft des Spots aber lautet natürlich für "Otto Normalverbraucher": Handy zulegen und wie der Jet-Set kommunizieren!
Wie nicht anders zu erwarten, hat sich aber in der Gegenwart auch das Verhalten der Mächtigen entsprechend gewandelt. Die Zeiten der fetten Regenten und überfressenen Kapitalisten sind vorbei. Fitness und Körperbeherrschung sind angesagt. Die beste Voraussetzung für eine Kontrolle der Geschäfte und der Konkurrenten scheint in der Selbstdisziplin dem eigenen Körper gegenüber zu bestehen.
Die in Vorzeiten von den Mächtigen durch Konsumverzicht geforderte "magere" Gestalt der Untertanen entdecken die Herrschenden heute für sich selbst: Auch der "magere" Leib ist mächtig.
Diese Erkenntnis ist allerdings alles andere als neu. Nicht erst seit Ghandi weiß man:
• Wer zu hungern versteht, kann die Welt in Bewegung bringen;
• wer erfolgreich Nahrung verweigern kann, der kann sich auch aus dem Herrschaftsjoch befreien;
• wer gelernt hat, auf Wünsche zu verzichten, kann alles erobern.
Im mittelalterlichen Irland war es z.B. noch möglich, finanzielle Schulden durch ausdauerndes Fasten gegen die Gläubiger zu tilgen.

Wolfgang Thorns

Inhaltsverzeichnis

Zu diesem Heft
Der Wettlauf zwischen Hase und Igel
Wolfgang Thorns

Das Geld beherrschbar machen!
Interview mit
Rudolf Hickel

Die neuen Wölfe
Der Lupus oeconomicus treibt sein Unwesen an Main und Ruhr.
Horst Stern

Was kostet das Leben?
Einmal möcht ich reich sein ...
Bernd Abesser

Erstaunlich wie wenig Freude
Geld macht, das andere haben!
Thema: Falschgeld

Didaktische Anmerkungen zum Themenfeld"Geld"
Martin Autschbach / Dietrich Horstmann

Making Money
Die Rolle des Geldes im populären Film
Hans-Helmuth Schneider

Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt ...
Nationalökonomie für Einsteiger
Donella H. Meadows

Leben ohne Geld
Ein Experiment

Wenn die Reichen Schulden streichen
Die Kampagne "Erlaßjahr 2000" als flächerübergreifendes Unterrichtsprojekt
Martin Autschbach

"Dein Vater würde sich für dein Vorhaben schämen".
Offener Brief an Jürgen Schrempp
Gerlinde Schrempp

Trotz Wirtschaftsflaute - Hochkonjunktur
Schuldnerberatung in Köln
Annette Schäfer-Roth

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Money, Money ... S. 17 / Ja, wenn ich einmal reich wäre ... S.20/ Geld zum Leben S. 2 1/ Internationales Insolvenzverfahren S. 30 / Die kleine rote Henne S. 31 / Wirtschaftsethisches in der Bibel S. 32 / Schulden, Ratenzahlungen und Co. S. 35 / Was ein KFZ-Auszubildenerkostet S.36/Diebstahl S.37

Forum

Reiki
Die Kraft aus dem Großen-Ganzen
Beobachtungen auf dem Psycho-Markt - Folge 1
Wolfgang Piechota

Berufsbezug oder umfassende Handlungskompetenz?
Dietrich Horstmann

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Kompetenzbildung mit RU
Eine Stellungnahme

"Allah ist schulreif'?
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"Nachruf" für Otto Teigeler
Dieter Boge