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Anverwandlungen Der Islam in Europa zwischen Kopftuchverbot und Extremismus Aus dem Französischen von Ursel Schäfer    Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel  Interpénétrations. L´Islam et l´Europe bei Galaade Éditions Paris
Anverwandlungen
Der Islam in Europa zwischen Kopftuchverbot und Extremismus


Aus dem Französischen von Ursel Schäfer



Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel

Interpénétrations. L´Islam et l´Europe bei Galaade Éditions Paris

Nilüfer Göle

Wagenbach
EAN: 9783803125989 (ISBN: 3-8031-2598-7)
160 Seiten, paperback, 12 x 19cm, 2008

EUR 10,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Die Türkei repräsentiert ein anderes Bild des Islam als das, was al-Qaida propagiert oder die Doktrin vom Konflikt der Kulturen behauptet. Im Alltag der türkischen Gesellschaft existieren nebeneinander muslimische Tradition und Moderne. Könnte die Türkei ein Modell zur Überwindung des Konflikts werden, ein Grenzgänger zwischen Islam und westlicher Welt?
Rezension
Die in der Türkei geborene Verfasserin, Leitfigur der politischen Bewegung aufgeklärter muslimischer Frauen in der Türkei, Professorin für Soziologie an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris, fragt in diesem Buch im Kontext einer sich zunehmend entwickelnden, sich gegenseitig durchdringenden, weltweiten Zivilisation nach dem Verhältnis von Islam und Europa jenseits von Fundamentalismus und Terrorismus. Bei der Vermittlung, der "Anverwandlung", könnte die Türkei mit ihrem Laizismus und ihrer Lage zwischen christlichem Europa und islamischem Orient eine vermittelnde Schlüsselrolle einnehmen. Festgefügte Identitäten zu überwinden und die Homogenität von Räumen zu überschreiten, Brücken zwischen Kulturen zu bauen - das ist unsere heutige Herausforderung, so das Bekenntnis der Autorin.

Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Gibt es zwangsläufig Konflikt zwischen den Religionen? Ist der Westen wirklich in der Moderne und der Islam in Glauben und Tradition verankert? Oder können Glaube und Moderne im Islam neu zusammenfinden – jenseits von Fundamentalismus und Terrorismus?

»Da die Identität der Türkei untrennbar mit der gesellschaftlichen Rolle der Frau verbunden ist, können nur Frauen die Politik der Angst überwinden, die zwischen uns und einer Zukunft der Gleichberechtigung, einem lebensnotwendigen kulturellen Pluralismus und einer dauerhaften Demokratie steht, indem sie miteinander definieren, was Modernität für sie bedeutet.«
Nilüfer Göle in der Welt, Februar 2008

Ausgehend vom 11. September und der Verflechtung der Attentäter mit der westlichen Zivilisation zeigt Göle, wie falsch die Ansicht ist, der Westen stehe für die Moderne und der islamische Osten für Rückständigkeit. Nie zuvor waren sich die beiden Welten so nahe.
Nicht zuletzt zielt der islamistische Terrorismus auch darauf, ein religiöses Repertoire neu zu erfinden. Göle analysiert, wie die Religion uminterpretiert und politisiert wird durch einen islamischen Terrorismus, der auf verschiedene Öffentlichkeiten abzielt: auf nationale, religiöse und westliche.
Die Türkei – so ihre zentrale These – repräsentiert ein anderes Bild des Islam als das, was al- Qaida propagiert oder die Doktrin vom Konflikt der Kulturen behauptet. Sie könnte ein Modell zur Überwindung des Konflikts werden, ein Grenzgänger zwischen Islam und westlicher Welt.
Inhaltsverzeichnis
Das andere Europa 7

Einführung 29

1. Die terroristische Momentaufnahme 60

2. Die Anschläge von Istanbul und die islamische Szenografie 74

3. Islam und Globalisierung: Ähnlichkeit oder Andersartigkeit? 91

4. Laizität, öffentlicher Raum und Sichtbarkeit des Islam 105

5. Staatsbürgerschaft und öffentliches Engagement: die Frauenfrage 117

6. Europa eine Identität geben: Die Türkei »alterisieren«? 133

7. Auf die europäische »Reinheit« verzichten 144

Anmerkungen 152