lehrerbibliothek.de
Analytische Philosophie Anspruch und Wirklichkeit eines Programms
Analytische Philosophie
Anspruch und Wirklichkeit eines Programms




Michael Otte

Meiner Hamburg
EAN: 9783787324194 (ISBN: 3-7873-2419-4)
480 Seiten, paperback, 13 x 21cm, 2014

EUR 26,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Die analytische Philosophie hat sich – im Unterschied zur klassischen Philosophie des Geistes – stets an der Logik und Mathematik orientiert (also an Wissenschaften, die als Paradigmata des Formalen und Subjektfreien gelten), und zwar so sehr, daß es üblich geworden ist, von »zwei Kulturen« zu sprechen. Theorien sind zunächst einmal Formen, die meisten Menschen lieben dagegen jedoch eher das Narrative, interessieren sich mehr für die dynamische Seite der Darstellungen als für die formale.

Michael Otte hält dagegen, daß die entsprechenden Komplemente – das Formale und das Narrative – bereits innerhalb jeder Wissenschaft, also auch in der Logik und Mathematik auftreten: Die Komplementarität steht im Zentrum seines Buches. Es beschreibt die Analytische Philosophie nicht nur als eine Schulrichtung, die in der Philosophie der Gegenwart eine dominierende Rolle spielt, sondern zeigt auf, daß auch die Reduktion aller Erkenntnis auf logische Regeln daran gebunden bleibt, daß die Wirklichkeit, die wir begreifen wollen, immer geteilt ist in die komplexe Welt der Dinge und deren Spiegelung in der Welt der einfachen Zeichen, die diese Komplexität nie ganz erfassen und abbilden kann.
Rezension
Analytische Philosophie - im Unterschied zur Kontinentalphilosophie - ist u.a. gekennzeichnet durch ideale Sprachen und formale Logiken, logischen Empirismus und Skepsis gegenüber metaphysischen Begriffen. Sinnlicher Wahrnehmung kommt eine zentrale Rolle in Erkenntnisprozessen zu. Das Hauptanliegen besteht darin, philosophische Probleme möglichst eindeutig und präzise zu formulieren und anschließend durch logische Analyse einer Lösung zuzuführen. Warum dieses Buch zur Analytischen Philosophie? Eine vorläufige Antwort gibt der Autor selbst in der Einleutung in Form des folgenden Paradoxons: "1. Die Welt ist viel zu komplex, als dass wir auf wissenschaftliche Theorien verzichten könnten! Die Wissenschaften sind unsere Fenster zur Welt. 2. Die Welt ist viel zu komplex, als dass wissenschaftliche Theorien allein unsere Probleme in ihr lösen könnten." Also gilt Folgendes für die Analytische Philosophie: Die Reduktion aller Erkenntnis auf logische Regeln bleibt daran gebunden, daß die Wirklichkeit, die wir begreifen wollen, immer geteilt ist in die komplexe Welt der Dinge und deren Spiegelung in der Welt der einfachen Zeichen, die diese Komplexität nie ganz erfassen und abbilden kann.

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Inhalt:
Analytische Philosophie im Kontext / Analytische Philosophie zwischen Logik und Mathematik / Komplementarität / Kant, Bolzano und Peirce / Ernst Cassirer und die Entwicklung von Analyse und Synthese seit Descartes und Leibniz / Bertrand Russell / Naturalisierung – Van Orman Quine / Richard Rorty: Der Spiegel der Natur / Die analytische Philosophie, der Mensch, die Kunst und das Denken der Maschinen.
Inhaltsverzeichnis
I. Anstelle einer Einleitung: ein Thema und eine Sichtweise desselben 7

II. Analytische Philosophie zwischen Sprache, Logik und Mathematik 59

III. Die analytische Philosophie und das Phänomen der Komplementarität 112

IV. Kant, Bolzano und Peirce: Die Unterscheidung des Analytischen und Synthetischen, oder: Von der
Erkenntnistheorie zur Semantik und Zeichentheorie 155

V. Ernst Cassirer und die Entwicklung von Analyse und Synthese seit Descartes und Leibniz 235

VI. Bertrand Russell (1872–1970) 287

VII. Die naturalisierte Erkenntnistheorie zwischen Wiener Kreis und Pragmatismus: Willard Van Orward Quine 344

VIII. Richard Rorty: Der Spiegel der Natur 378

IX. Die analytische Philosophie, der Mensch, die Kunst und das Denken der Maschinen 426