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Amok und zielgerichtete Gewalt an Schulen Früherkennung / Risikomanagement / Kriseneinsatz / Nachbetreuung
Amok und zielgerichtete Gewalt an Schulen
Früherkennung / Risikomanagement / Kriseneinsatz / Nachbetreuung




Jens Hoffmann, Isabel Wondrak (Hrsg.)

Verlag für Polizeiwissenschaft
EAN: 9783866760110 (ISBN: 3-86676-011-6)
133 Seiten, paperback, 15 x 21cm, 2007

EUR 14,80
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Amok und zielgerichtete Gewalt an Schulen, inzwischen ist auch hierzulande deutlich geworden, dass bei solchen Taten im Vorfeld immer erkennbare Warnsignale vorhanden sind. Die Frage ist, wie lässt sich eine Früherkennung organisieren, ohne die Balance zwischen Wachsamkeit und Panikmache zu verlieren? Erfahrungen aus Nordamerika und vereinzelt auch schon in Deutschland zeigen, es geht nur in der Zusammenarbeit von verschiedenen Berufsgruppen. Pädagogen, Psychologen, Sozialarbeiter, Polizisten - alle müssen an einem Strang ziehen. Es geht darum, das Risiko einzuschätzen in der Kooperation, die für den Einzelfall richtige Managementstrategie zu finden und falls es zum Schlimmsten kommt, sofort und entschlossen zu handeln und im Nachhinein zu helfen, die seelischen Wunden zu versorgen.

In diesem Band präsentieren Experten verschiedener Disziplinen, die sich zumeist schon seit längerer Zeit mit dem Thema zielgerichteter Gewalt an Schulen beschäftigen, ihren Erfahrungsschatz und ihr Know-how. Berufskreise, die in der Prävention, dem Fallmanagement und der Nachbetreuung tätig sind, finden dadurch zahlreiche Anregungen und Hintergrundinformationen für Ihre Arbeit. Zudem ist ein Blick über den Tellerrand möglich, um zu sehen, was andere Felder in diesem Bereich anzubieten haben.
Rezension
Erfurt und Emsdetten - lange Zeit galten amoklaufende Schüler, die in Schulen Massaker anrichten, als typisch US-amerikanisches Phänomen, u.a. begünstigt durch die freizügigen Waffengesetze in den USA. Spätestens seit den Amokläufen von Erfurt oder Emsdetten sind Schüler, die mit Waffen in Schulen kommen, um Lehrer und Mitschüler zu töten, auch ein deutsches und europäisches Phänomen; jüngst erschoß ein finnischer Abiturient 8 Menschen und sich selbst in seiner Schule. (Nicht nur) Lehrer/innen betrachten diese Entwicklung mit Sorge und es ist hilfreich, dass in diesem Fachbuch ein Schwerpunkt liegt auf der Früherkennung. Nur im Verbund der verschiedenen Berufsgruppen, Pädagogen, Psychologen, Sozialarbeiter, Polizisten etc., so zeigt sich, ist Früherkennung und Risikomanagement möglich. Lehrer/innen sollten sich für den noch relativ jungen Sachverhalt rüsten; dieses Buch gibt dazu Hilfestellung.

Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Frank J. Robertz
Erfurt – 5 Jahre danach

Jens Hoffmann
Tödliche Verzweiflung – der Weg zu zielgerichteten Gewalttaten an Schulen

Holger Engels
Das School Shooting von Emsdetten – der letzte Ausweg aus dem Tunnel!?

Gerd Volland & Martin Gerstner
Amok – (k)ein Kinderspiel?
Erfahrungen mit der Umsetzung der Gesamtkonzeption „Amok“ beim Polizeipräsidium Karlsruhe / Baden-Württemberg

Frank J. Robertz
Nachahmung von Amoklagen.
Über Mitläufer, Machtphantasien und Medienverantwortung

Hanns E. Rammrath
Öffentlichkeitsarbeit von Krisenteams nach dramatischen Ereignissen an Schulen und Hochschulen

Hans J. Röthlein
Auswirkungen von Morddrohungen und Mordanschlägen auf die berufliche Identität von Lehrkräften

Georg Pieper
Der Amoklauf am Gutenberggymnasium in Erfurt