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Allgemeine Psychologie II Motivation und Emotion
Allgemeine Psychologie II
Motivation und Emotion




Ursula Hess

Kohlhammer
EAN: 9783170219915 (ISBN: 3-17-021991-X)
231 Seiten, paperback, 12 x 20cm, 2017, 19 Abb., 7 Tab.

EUR 24,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Zwei zentrale Konzepte der Allgemeinen Psychologie sind Motivation und Emotion. Theorien der menschlichen Motivation beschäftigen sich mit der Frage, warum Menschen tun, was sie tun, Emotionstheorien dagegen mit der Frage, wie Emotionen ausgelöst werden und wie sie unser Handeln beeinflussen. Das Buch vermittelt Basiswissen über zentrale Theorien - so z. B. über Bedürfnis- und Kognitive Theorien der Motivation, Emotionstheorien nach Darwin und nach James sowie über Appraisaltheorien -, wichtige Forschungsergebnisse und neuere Entwicklungen. Illustrierende Beispiele und zusammenfassende Darstellungen helfen, die Materie in klarer, verständlicher Form zu vermitteln. Ein abschließendes Kapitel über kulturelle Unterschiede und Ähnlichkeiten stellt die Themenkomplexe in einen weiten Kontext.

Prof. Dr. Ursula Hess ist Professorin für Sozial- und Organisationspsychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Rezension
Lehrer/innen haben es wesentlich mit Menschen zu tun - und das menschliche Verhalten ist wesentlich psychologisch zu erfassen: Deshalb sind Grundenntnisse in Psychologie über die entwicklungspsychologischen Kentnisse hinaus für alle Lehrer/innen von elementarer Bedeutung. Die Allgemeine Psychologie befasst sich mit den grundlegenden Bereichen Wahrnehmung, Handlung, Kognition, Sprache, Lernen, Gedächtnis, Emotion und Motivation, - allesamt Aspekte, die auch für die Pädagogik von Bedeutung sind. Hier geht es um Motivation und Emotion. Theorien der menschlichen Motivation beschäftigen sich mit der Frage, warum Menschen tun, was sie tun, Emotionstheorien dagegen mit der Frage, wie Emotionen ausgelöst werden und wie sie unser Handeln beeinflussen. Unterricht lebt wesentlich von der Motivation der SchülerInnen. Motivation ist von daher ein jede Lehrkraft unmittelbar tangierendes Phänomen bzw. Problem. Die Motivationspsychologie hat sich zunehmend zu einem eigenständigen Gebiet in der Psychologie ausgewachsen. Auch die Emotionspsychologie hat sich längst als bedeutsame Teildisziplin der Psychologie etabliert; allzu wichtig sind die Emotionen für menschliches Verhalten. Die wesentlichen Emotionen sind: Interesse, Leid, Widerwillen (Aversion), Freude, Zorn, Überraschung, Scham, Furcht, Verachtung und Schuldgefühl. Eine Emotion ist ein komplexer Prozess, der auf verschiedenen psychischen Funktionsebenen abläuft und vom Begriff Gefühl zu unterscheiden ist, der nur das subjektive Erleben der Emotion bezeichnet, wie z. B. Freude, Lust, Geborgenheit, Liebe, Trauer, Ärger, Wohlbehagen.

Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort 11

Teil 1: Motivation

1 Grundlagen 15

1.1 Gegenstandsbestimmung und Grundfragen 15
1.1.1 Quellen der Motivation 17
1.1.2 Wie misst man Motivation? 18
1.2 Historischer Abriss 21
1.2.1 Descartes‘ Willenstheorie 21
1.2.2 Instinkttheorien 22
1.2.3 Triebtheorien 23

2 Bedürfnistheorien 28

2.1 Einleitung 28
2.2 Physiologische Bedürfnisse 28
2.3 Psychologische Bedürfnisse 29
2.3.1 Psychologische Bedürfnisse (needs) nach Murray 29
2.3.2 Universelle psychologische Bedürfnisse nach Deci und Ryan 31
2.4 Soziale Bedürfnisse 36
2.4.1 Implizite und explizite Motive 37
2.4.2 Leistungsmotivation 40
2.4.3 Anschlussmotivation 48
2.4.4 Machtmotivation 54

3 Kognitive Theorien: Pläne und Ziele 63

3.1 Einleitung 63
3.2 Kontrolltheorie 63
3.3 Ziele 65
3.3.1 Zielsetzungstheorie (Goal Setting Theory, Locke & Latham, 1990; Locke & Latham, 1994) 66
3.3.2 Entscheidungstheorie (expected utility theory) 70
3.3.3 Prospekt-Theorie (Neue Erwartungstheorie) 73
3.3.4 Kritik an Zieltheorien 73

4 Kognitive Theorien und das Selbst 76

4.1 Einleitung 76
4.2 Selbstregulation 76
4.2.1 Ego-Depletion 79
4.2.2 Selbstregulation und Belohnungsaufschub 82
4.2.3 Die Heiß-/Kalt-Theorie 83
4.3 Regulationsfokustheorie 84
4.4 Selbstwert (Self-esteem) 85
4.5 Kognitive Dissonanz 86
4.5.1 Selbstkonsistenz 87
4.5.2 Selbstbestätigung 88
4.5.3 Kognitive Dissonanz als Motivator für Einstellungsänderungen 89
4.5.4 Einstellungsänderung durch einstellungskonträre Argumentation 89
4.5.5 Nachentscheidungsdissonanz 90
4.5.6 Rechtfertigung von Anstrengungen 91
4.6 Erlernte Hilflosigkeit 91
4.6.1 Gefühl der mangelnden Kontrolle 91
4.6.2 Pessimistischer versus optimistischer Attributionsstil 93
4.7 Reaktanz 94
4.7.1 Reaktanz und Hilflosigkeit 94
4.7.2 Modell der gelernten Hilflosigkeit und Reaktanz 95

5 Extrinsische und intrinsische Motivation 99

5.1 Einleitung 99
5.2 Die versteckten Kosten der Belohnung 101
5.3 Kognitive Evaluationstheorie 105
5.4 Selbstdeterminationstheorie 106
5.5 Organismische Integrationstheorie 106
5.6 Kausalitätsorientationstheorie 110

Teil 2: Emotionen

6 Grundlagen 115

6.1 Gegenstandsbestimmung 115
6.1.1 Emotionen und andere affektive Zustände 116
6.1.2 Emotionskomponenten 118
6.2 Historischer Abriss 119

7 Emotionsausdruck 124

7.1 Basisemotionen 124
7.2 Emotionaler (Gesichts-)Ausdruck 126
7.3 Was zeigen emotionale Gesichtsausdrücke wirklich? 128
7.3.1 Frühes 20. Jahrhundert 128
7.3.2 Behavioral Ecology Theory: Emotionen signalisieren Verhaltensabsichten 129
7.3.3 Emotionsausdruck aus Sicht von Appraisaltheorien 132

8 Klassische Emotionstheorien: Darwin und James 134

8.1 Einleitung 134
8.2 Evolutionäre Emotionstheorien: Charles Darwin 135
8.2.1 Darwins Prinzipien 136
8.2.2 Nachfolgetheorien 138
8.3 Physiologische Emotionstheorien: William James 140
8.3.1 Nachfolgetheorien 142
8.3.2 Die Fehlattribution von physiologischer Erregung 145

9 Kognitive Emotionstheorien: Appraisaltheorien 147

9.1 Grundlagen der Appraisaltheorien 147
9.2 Eine erste psychologische Appraisaltheorie: Magda Arnold 148
9.3 Lazarus’ Theorie der Stressemotionen 150
9.4 Moderne Appraisaltheorien 152

10 Affektive Neurowissenschaften 160

10.1 Einleitung 160
10.2 McLeans »Triurne Brain« 160
10.3 Somatische Marker 162
10.4 Die Rolle der Amygdala 163
10.5 Panksepps Affective Neuroscience 165

11 Sozialkonstruktivistische Theorien 167

12 Emotion im sozialen Kontext 171

12.1 Sozialisation 171
12.1.1 Emotionen empfinden 171
12.1.2 Emotionen ausdrücken 172
12.1.3 Emotionen erkennen 173
12.1.4 Emotionswissen erwerben und anwenden 176
12.2 Soziale Interaktion 178
12.2.1 Das soziale Mitteilen von Emotionen (emotional sharing) 179
12.2.2 Imitation und Emotionsansteckung 183
12.2.3 Emotionsregulation 187

13 Kulturelle Unterschiede und Ähnlichkeiten 193

13.1 Einleitung 193
13.2 Emotionsempfinden 193
13.2.1 Emotionsbegriffe 193
13.2.2 Beschreibung des Emotionsempfindens 194
13.3 Emotionsausdruck 195
13.3.1 Kulturelle Dialekte 196
13.3.2 Emotionsausdruck als Kontinuum über Spezies 197
13.4 Emotionsursache und Appraisal 198
13.5 Emotionsnormen und Regulation 200

Literatur 201
Stichwortverzeichnis 229